Formel 1: Umstrittene Personalie bei Renault
7Renault verkündet das „bevorstehende Kommen“ vom früheren Technikdirektor beim Motorsport-Weltverband FIA Marcin Budkowski. Die Personalie ist umstritten, da Budkowski zuvor bei der FIA angestellt war und Insider-Wissen mitbringt
(Bild: Renault)
7Renault verkündete am Freitag (6. Oktober 2017) am Rande des Grand Prix in Japan in Suzuka das „bevorstehende Kommen“ vom früheren Technikdirektor beim Motorsport-Weltverband FIA Marcin Budkowski. Der 40-jährige Pole wird künftig einen Direktorenposten besetzen. Budkowski soll sich um die Entwicklung und Produktion des Renault-Chassis kümmern.
(Bild: Renault)
Die Personalie ist hoch umstritten. Einige Teamchefs hatten öffentlich den bevorstehenden Wechsel heftig kritisiert, da Budkowski als früherer Assistent von FIA-Renndirektor Charlie Whiting viel Insiderwissen vor allem über die Autos für 2018 besitzt. Er weiß, was die Teams für 2018 an technischen Innovationen planen und könnte dieses Wissen gezielt nutzen, um Renault einen Vorteil zu verschaffen. In die grundlegende Entwicklung des 2018er-Autos wird er wohl nicht mehr eingreifen können, denn die dürfte bereits weit vorangeschritten sein, wenn Budkowski offiziell beginnen darf. Wann Budkowski bei Renault genau beginnt und wie lange sein Vertrag läuft, wurde nicht bekanntgegeben. Der ehemalige McLaren-Mitarbeiter hatte vor Kurzem beim Weltverband gekündigt, seine Arbeitssperre soll nur bei drei Monaten liegen.
Aktuell fährt Renault mit seinem Werksteam den eigenen Ansprüchen hinterher. Platz sieben in der Teamwertung der WM ist sicher nicht das, was man sich in der Chefetage gewünscht hat. Zumal Red Bull mit dem Kundenmotor gerade ein Rennen gewonnen hat. Davon ist das Renault-Team aktuell weit entfernt. Unterschätzen sollte man die Mannschaft allerdings nicht. Zwar liegt der letzte WM-Erfolg mit einem eigenen Werksteam schon knapp elf Jahre zurück, doch Renault stellte die Motoren für die WM-Siege von Sebastian Vettel zwischen 2010 und 2013.
(mit Material der dpa) (mfz)