Vorstellung: BMW Concept 9cento

BMW überraschte auf dem diesjährigen Concorso d’Eleganza Villa d’Este am Comer See mit einem sehr dynamisch wirkenden Sporttourer. Die Concept 9cento genannte Studie lehnt sich optisch an die S 1000 XR an, verfügt aber über ein eigenständiges Design

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BMW Concept 9cento

(Bild: BMW)

Lesezeit: 6 Min.
Von
  • Ingo Gach
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Man traut sich was bei BMW. Spätestens seit Husqvarna mit der Vitpilen 701 (von Designer Gerald Kiska) vorgeprescht ist, scheint man sich auch in München mit progressivem Design anzufreunden, nachdem das Retro-Design in Gestalt der R nineT schon sehr gut angekommen ist.

Unter dem knappen Kleidchen der Concept 9cento arbeitet kein kaum gezähmter Superbikemotor, sondern der neue Reihenzweizylinder aus der F 850 GS. Der bringt es bei 853 cm3 Hubraum auf 95 PS. Mehr braucht kein Mensch. Der BMW Motorrad-Chefdesigner Edgar Heinrich sieht das genauso: „Es muss heute nicht immer nach dem Motto „höher, schneller, weiter“ gehen. Dieses Concept Bike legt den Fokus auf Ausgewogenheit.“ Es soll ein überzeugendes Gesamtpaket aus angemessener Leistung, zuverlässigen Toureneigenschaften und viel Fahrspaß werden. Vor allem aber soll die Concept 9cento Emotionen.

Vorstellung: BMW Concept 9cento (14 Bilder)

BMW hat die Concept 9cento vorgestellt. Der Sporttourer soll zukĂĽnftig wohl die Mittelklasse der Marke bereichern. Das dynamische Design ist vielversprechend.

Das Motorrad soll kraftvoll und schlank erscheinen, das wurde mit einer bulligen Front, gleich einem breiten Brustkasten, und einem filigranen Heck, gleich einer schlanken Taille, erreicht. Die Verkleidung wird auf beiden Seiten betont durch einen silbernen Streifen, der schräg nach oben in die Spitze ausläuft, aber nicht in die Frontverkleidung übergeht, sondern einen schmalen Spalt frei lässt. Dazu kommen zwei diagonale LED-Scheinwerfer, die der Concept 9cento ein Raubvogelgesicht verleihen. Vorbei die Zeiten, als man sich über die Tentakelmode lustig machte.

Das Concept-Bike wirkt hochbeinig, ihre Reiseenduro-Gene will sie gar nicht leugnen, denn mit der F 850 GS hat sie nicht nur den Motor, sondern auch den Brückenrahmen aus Stahl, die Schwinge und das direkt angelenkte Federbein gemeinsam. Allerdings ist der Heckrahmen neu konstruiert und weiter oben angesetzt, was dem Motorrad zu einer höheren Sitzposition, aber auch gesteigerte Dynamik verhilft. Das Sitzpolster ist jedoch hauchdünn und einer Tour unwürdig.

Unter der Sitzbank lieĂźen die Designer ein Loch, das vielleicht als Gag gut gemeint ist, aber keinerlei Serientauglichkeit verspricht. Vorne fĂĽhrt eine voll einstellbare Upside-down-Gabel vom schwedischen Spezialisten Ă–hlins das Rad. Gestoppt wird die Concept 9cento von radial verschraubten Brembo-Monoblock-Bremszangen. Sie rollt auf 17-Zoll-Gussfelgen mit Pirelli-Diablo-Supercorsa-Reifen, vorne in der Dimension 120/70 und hinten in 190/50. Die Federwege sind ĂĽppig bemessen, was die Concept 9cento eigentlich in die Supermoto-Kategorie einreiht.

Ein breiter und hoher Lenker führt zu einer aufrechten Sitzposition, wie ihn Tourenfahrer lieben, aber eben auch sportliche Naturen, die ein agiles Einlenken mögen. Die Fußrasten rücken im Vergleich zur F 850 GS weiter nach hinten und oben, was die Ergonomie zusätzlich dynamischer macht.