EU-Parlament verschärft Klima-Regeln für Autos

Das Europaparlament billigte am Mittwoch (27. März 2019) mit großer Mehrheit eine Senkung des Kohlendioxid-Ausstoßes von Neuwagen bis 2030 um 37,5 Prozent im Vergleich zu 2021. Für leichte Nutzfahrzeuge ist eine CO2-Reduzierung um 31 Prozent vorgesehen

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  • dpa
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Das Europaparlament billigte am Mittwoch (27. März 2019) mit großer Mehrheit eine Senkung des Kohlendioxid-Ausstoßes von Neuwagen bis 2030 um 37,5 Prozent im Vergleich zu 2021. Für leichte Nutzfahrzeuge ist eine CO2-Reduzierung um 31 Prozent vorgesehen. Bis 2025 muss in beiden Fahrzeugklassen eine Minderung um 15 Prozent erreicht sein. Formell müssen nun noch die EU-Mitgliedstaaten zustimmen.

Die neuen Vorgaben sind deutlich schärfer, als Autoindustrie und Bundesregierung dies ursprünglich wollten. Die EU-Staaten hatten Anfang Oktober für eine Senkung des CO2-Werts bei neuen Autos und leichten Nutzfahrzeugen um durchschnittlich 35 Prozent plädiert. Deutschland hatte zuvor sogar nur 30 Prozent Minderung gewollt. Das Europaparlament ging mit einer Forderung nach minus 40 Prozent in die Verhandlungen. Im Dezember einigten sich Unterhändler schließlich auf den Kompromiss.

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Mit Plug-In-Hybridmodellen wie diesem Mini Countryman SE (Test) lässt sich dank einer industriefreundlichen Definition der Verbrauchsmessung der Flottenverbrauch wunderbar schönen.  (Bild: Florian Pillau)

Die Regeln sollen helfen, die EU-Klimaschutzziele insgesamt zu erreichen. Die sogenannten Flottenwerte beziehen sich auf den Neuwagenabsatz jeweils eines Autobauers. Bis 2021 gelten im Schnitt 95 Gramm je Kilometer. Hersteller größerer und damit auch schwererer Autos dürfen darüber liegen. In den neuen Zielen sind nur Prozentzahlen festgelegt, weil sich das Verfahren, wie die Werte ermittelt werden, inzwischen geändert hat.

Von den bis 2021 zu erreichenden Vorgaben sind viele Hersteller noch weit entfernt: Der europäische Durchschnitt lag zuletzt bei 118,5 Gramm. Das liegt auch an der Diskussion um den Diesel und die im Zuge dessen gesunkene Nachfrage. Insgesamt stammt rund ein Viertel aller Klimagase der EU aus dem Verkehr, Autos und Lastwagen haben daran den größten Anteil. Zu erreichen sind die Zielwerte nur, wenn Autohersteller immer mehr Fahrzeuge ohne Ausstoß von Klimagasen verkaufen, also zum Beispiel Elektroautos.

Die Branche kritisierte die neuen Vorgaben schon bei der Einigung im Dezember als überzogen und unrealistisch. Bernhard Mattes, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie, sagt: „In keinem anderen Teil der Welt gibt es derart scharfe Ziele.“ Es sei noch offen, wie und ob sie überhaupt erreicht werden könnten. Denn dafür müssten nach Rechnungen des VDA rund 40 Prozent der in Europa neuzugelassenen Fahrzeuge Elektromodelle sein. „Dafür ist eine europaweit dichte, kundenfreundliche Ladeinfrastruktur nötig sowie ein leistungsfähiges Stromnetz, das Millionen von E-Fahrzeugen gleichzeitig mit möglichst grünem Strom versorgen kann“, sagte Mattes. „Hier ist nicht nur die Industrie, sondern auch die Politik gefordert.“