Hyundai Tucson: Neuer Mildhybrid
Nun bekommt auch der kleine Diesel im Hyundai Tucson einen Mildhybrid-Aufsatz. Der soll vor allem den Verbrauch senken, doch der Effekt bleibt im neuen WLTP denkbar gering. Dafür wird das SUV spürbar teurer
(Bild: Hersteller)
Hyundai stellt auch den kleinen Diesel im Tucson um auf Mildhybrid. Der neue elektrische Teil des Antriebs ist identisch mit dem im Zweiliter-Diesel, den wir vor kurzem hier in der Redaktion hatten. Ein riemengetriebener 48-Volt-Startergenerator steuert maximal 12 kW und 55 Nm Drehmoment bei. Die Systemleistung bleibt mit 85 und 100 kW unverändert. Die Lithium-Ionen-Polymerbatterie hat eine Kapazität von 0,44 kWh. Es geht hier also nicht darum, rein elektrisch zu fahren, sondern den Verbrennungsmotor zu unterstützen und über eine Lastpunktverschiebung den Verbrauch zu senken.
Kein feiner Zug
Wie viele andere Hersteller auch rechnet Hyundai den WLTP auf den bisherigen NEFZ um. Das ist von der Industrie kein feiner Zug, denn dem Verbraucher werden so weiterhin geringere Werte vorgegaukelt, als im neuen Zyklus ermittelt wurden. Dazwischen liegen durchaus nennenswerte Differenzen. Im umgerechneten NEFZ verspricht Hyundai für beide Diesel 117 Gramm CO2 je Kilometer, zuvor waren es 132 Gramm. Im WLTP sind die Differenzen erheblich geringer. Beim Diesel mit 85 kW geht es von 157 auf 149 Gramm zurück, bei der Variante mit 100 kW sind es nun 157 statt 165 Gramm CO2 je Kilometer.
Hyundai Tucson: Neuer Mildhybrid (6 Bilder)

(Bild: Hersteller)
In Litern pro 100 Kilometer sind es im WLTP nun 5,6 (85 kW) und 5,9 Liter (100 kW) statt bisher 5,9 und 6,2. Die auf den NEFZ zurückgerechneten Werte klingen freundlicher, immerhin soll der Verbrauch dort von 5 auf 4,4 Liter runtergegangen sein. Die Einsparung ist dennoch recht überschaubar. Das deckt sich mit dem, was unsere Ausfahrt im Januar 2019 ergeben hat: Auch der Zweiliter-Diesel wird mit dem Mildhybrid-Aufsatz nicht nennenswert sparsamer.
Alle Tucson-Diesel haben einen SCR-Kat und einen 14 Liter großen Harnstoffvorrat. Sie sind in der Abgasnorm Euro 6d-Temp homologiert und damit bis Ende nächsten Jahres erstzulassungsfähig. Spätestens im Herbst 2020 wird es hier also ein Update geben, was dann vermutlich nur die Harnstoff-Dosierung ein wenig anhebt - wenn überhaupt, denn wie viele andere aktuelle Autos mit Dieselmotor liegt vermutlich auch der Tucson unter den 120 mg/km NOx, die in der Euro 6d im RDE maximal zulässig sind.
Kräftig gestiegen sind binnen Jahresfrist die Preise. In der Preisliste vom Juli 2018 kostet der Tucson mit dem Basisdiesel mindestens 25.520, mit 100 kW waren es minimal 26.720 Euro, Nun verlangt Hyundai für die vergleichbaren Modelle 26.470 und 27.670 Euro. Die Benziner wurden im gleichen Zeitraum maximal 100 Euro teurer. (mfz)