SPD: E-Autoprämie soll sozial gestaffelt werden

Die Kaufprämie für E-Autos soll nach dem Willen der SPD nach 2020 weitergeführt werden – dann aber als sozial gestaffelter Bonus, der günstigere Autos bevorzugt. Käufer eines E-Autos mit einem Listenpreis bis 30.000 Euro sollen demnach einen „doppelt so hohen Bonus erhalten wie beim Erwerb eines hochpreisigen Modells“

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Tesla Model 3

(Bild: Schwarzer)

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  • dpa

FĂĽr teure E-Autos soll der Bonus geringer ausfallen als fĂĽr Modelle, die mehr als 30.000 Euro kosten. (im Bild: Tesla Model 3)

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Die Kaufprämie für Elektroautos soll nach dem Willen der SPD nach 2020 weitergeführt werden – dann aber als sozial gestaffelter Bonus, der günstigere Autos bevorzugt. Käufer eines E-Autos mit einem Listenpreis bis 30.000 Euro sollen demnach einen „doppelt so hohen Bonus erhalten wie beim Erwerb eines hochpreisigen Modells“, heißt es in einem Zehn-Punkte-Plan zum Klimaschutz, den die SPD-Spitze am Donnerstag (27. Juni 2019) beschlossen hat.

„Damit wollen wir Käuferinnen und Käufer mit einem niedrigeren Einkommen gegenüber Reichen, die sich teurere Fahrzeuge kaufen, bevorzugen“, schreiben die Sozialdemokraten. Zugleich soll der Bonus an strengere Bedingungen bei Emissionen und Reichweite geknüpft werden. „Für E-Taxen und leichte E-Nutzfahrzeuge werden wir aufgrund der hohen Fahrleistung den Bonus verdoppeln“, heißt es im Papier. Das „Dienstwagenprivileg“, also Steuererleichterungen bei der Anschaffung eines Dienstwagens, soll „perspektivisch“ an einen E-Motor gekoppelt werden.

Die Bundesregierung will die vor drei Jahren eingeführte Kaufprämie bis Ende 2020 verlängern. Sie sollte eigentlich Ende Juni auslaufen, hat die Erwartungen aber nicht erfüllt. Bisher liegt die Prämie für reine E-Autos bei 4000 Euro, für Hybridautos bei 3000 Euro. Das E-Auto muss einen Netto-Listenpreis beim Basismodell von unter 60.000 Euro haben. Finanziert wird der Zuschuss von Bund und Autoindustrie.

Auch ein CO2-Preis, also ein Preis auf den Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid, ist Teil des SPD-Konzepts. Allerdings bleibt das Papier dabei vage. Die Bepreisung der Emissionen solle „klimafreundlichere Technologien gerade in den Bereichen Wärme und Verkehr flankieren“, heißt es. Eingenommenes Geld solle den Bürgern zurückgegeben werden. „Wir haben im Blick, dass gerade Bezieherinnen und Bezieher kleiner und mittlerer Einkommen keine finanziellen Mehrbelastungen erfahren dürfen.“ Ziel sei, dass künftig diejenigen Menschen „mehr Geld in der Tasche“ hätten, die klimafreundlich handelten. Das SPD-geführte Umweltministerium arbeitet an einem Konzept für einen CO2-Preis, allerdings ist das Thema innerhalb der großen Koalition sehr umstritten. (mfz)