BMW entwickelt automatischen Nothalteassistenten
Entwicklunsgziel ist ein System, das ein Auto selbständig stoppen und am Straßenrand abstellen kann, sollte der Fahrer selbst dazu nicht mehr in der Lage sein
- ssu
München, 19. Juni 2009 – Die Forschungsabteilung von BMW arbeitet an der Entwicklung eines Nothalteassistenten, der ein Auto selbständig stoppen und am Straßenrand abstellen kann, sollte der Fahrer selbst dazu nicht mehr in der Lage sein – zum Beispiel, wenn er einen Herzinfarkt erleidet. Das Vorhaben ist Teil des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ins Leben gerufenen Projekts "SmartSenior", einer Initiative mit dem Ziel, das Leben im Alter einfacherer und sicherer zu gestalten. Dazu gehören intelligente ortsunabhängige Notfallerkennungs- und Assistenzsysteme, mit denen sich auch Menschen mit einem Handicap unterwegs sicher fühlen können.
Sicherheit auch im "Fall der Fälle"
Ältere Menschen mit zeitweise auftretenden Herz-Kreislaufproblemen oder Diabetiker trauen sich die Fahrt mit dem eigenen Auto häufig nicht mehr zu – im Hinterkopf steckt die Angst, während der Fahrt infolge akuter Gesundheitsprobleme die Kontrolle über das Auto zu verlieren und einen folgenschweren Unfall verursachen zu können. Die Folge ist der Verzicht auf individuelle Mobilität und damit vor allem im ländlichen Raum auf ein erhebliches Stück Selbstbestimmung und Lebensqualität. "Unser primäres Ziel ist es, Unfälle durch gesundheitlich bedingte Kontrollverluste ganz zu vermeiden – oder zumindest die Schwere solcher Unfälle zu mindern", erläutert Ralf Decke, Projektleiter von SmartSenior bei der BMW Group Forschung und Technik:
BMW entwickelt automatischen Nothalteassistenten (3 Bilder)

BMW entwickelt einen Nothalteassistenten, der das Auto sicher zum Stillstand bringt, falls der Fahrer kollabieren sollte. (Bild: BMW)
Autonomer Fahrmodus
Entwicklungsziel ist ein Assistenzsystem, das eine gesundheitliche Notfallsituation des Fahrers erkennt und dann automatisch in einen autonomen Fahrmodus wechselt und ein abgesichertes Nothaltemanöver durchführt. Einfach ausgedrückt: Das Auto aktiviert die Warnblinkanlage und manövriert kontrolliert – in Abhängigkeit vom umgebenden Verkehr – an den rechten Straßenrand und hält an. Gleichzeitig soll das System einen Alarm zu einer Leitstelle absetzen, der die notwendigen Daten zur Einleitung der Hilfsmaßnahmen durch Ärzte und Unfallhelfer enthält. "Um die Vielfalt der beliebig komplexen Verkehrssituationen einzugrenzen, entwickeln wir den Prototypen des Nothalteassistenten zunächst für den Einsatz auf Autobahnen und autobahnähnlich ausgebauten Straßenabschnitten", erklärt Projektleiter Decke.