BMW entwickelt automatischen Nothalteassistenten
Seite 2: BMW entwickelt automatischen Nothalteassistenten
Grundlage: Vorhandene Fahrerassistenzsysteme
Grundlage für den Nothalteassistenten sind zum einen Sensoren zur Überwachung der Vitaldaten des Fahrers und andererseits heute bereits verfügbare Assistenzsysteme wie ConnectedDrive. Diese Kombination aus mehreren Kommunikations-Diensten bietet seit inzwischen zehn Jahren eine Notruffunktion. Zusätzlich zu Positionsbestimmung und Informationen zum Fahrzeug enthält der Notruf seit dem Frühjahr 2007 auch Informationen zu Art und Schwere eines Unfalls. Ein spezieller Algorithmus gewinnt diese aus den Sensordaten der passiven Sicherheit wie zum Beispiel Airbags oder Sicherheitsgurte. In Zukunft ließen sich zusätzlich Vitaldaten der Autoinsassen an die Rettungsleitstelle weitergeben. Assistenzsysteme wie die Spurwechselwarnung oder die aktive Geschwindigkeitsregelung mit Stop&Go-Funktion bilden BMW zufolge eine weitere technologische Grundlage für die Entwicklung des Nothaltesystems.
Projektpartner aus IT und Medizin
Wie und über welche automatischen Systeme "valide Vitaldaten", die eine verlässliche Einschätzung der gesundheitlichen Verfassung des Fahrers ermöglichen, gewonnen werden können, ist ein weiterer Baustein des SmartSenior-Projekts – federführend in diesem Bereich sind Projektpartner wie Siemens und die Charité – Universitätsmedizin Berlin. Ferner sind laut BMBF bei SmartSenior Informations- und Kommunikationsunternehmen wie die Deutsche Telekom und Alcatel-Lucent sowie Mittelständler und Unternehmen aus der Wohnungswirtschaft engagiert.
Rechtliche Fragen und technische Herausforderungen
Neben der Klärung der rechtlichen Rahmenbedingungen müssen in einem ersten Schritt neue Algorithmen zur Erfassung und Interpretation des Fahrzeugumfeldes entwickelt werden, heißt es bei BMW. Ein besonderer Schwerpunkt liege dabei auf der zuverlässigen Lokalisierung des Fahrzeugs innerhalb der eigenen Fahrspur durch "Fusion redundanter Sensoren", die Erkennung der Objekte rund um das Fahrzeug und der Entwicklung eines elektronischen Koordinators, der im Notfall anstelle des Fahrers alle fahrstrategischen Entscheidungen trifft und diese an die entsprechenden Schnittstellen für die Längs- und Querregelung des Fahrzeugs weiterleitet. (ssu)