US-Automarkt: Jetzt kommen die Koreaner

Die US-Zulassungsstatistik sieht derzeit fürchterlich aus. Zwei kleine koreanische Marken trotzen der Krise und bauen ihren Marktanteil in Amerika aus

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Von
  • Gernot Goppelt
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Hannover, 22. Juni 2009 – Die Leiden der Großen nützen den Kleinen, zumindest im amerikanischen Automarkt. Das berichtet die New York Times. Während die US-Hersteller Ford, GM und Chrysler Rückgänge zu verzeichnen haben, konnten besonders die koreanischen Hersteller Hyundai und Kia ihren Marktanteil in den USA ausbauen – übrigens eine ähnliche Entwicklung, wie sie derzeit im Zusammenhang mit der Abwrackprämie in Deutschland zu beobachten ist. Zusammen haben die beiden Marken, die beide zum Hyundai-Konzern gehören, mittlerweile einen Marktanteil von 7,3 Prozent im US-Markt. 2008 waren es noch 5,0 Prozent.

Herbe Verluste für US-Marken
Der Aufstieg der Koreaner erinnert an die Entwicklung vor vier Jahrzehnten, als die Japaner begannen, Autos in den USA zu verkaufen. Zunächst verschmähten die Amerikaner die japanischen Autos, heute haben japanische Marken gut 40 Prozent Marktanteil. So weit sind die Koreaner noch nicht, doch belegen sie hinter GM, Toyota, Ford, Honda und Chrysler bereits Platz 6 – übrigens vor allen deutschen Herstellern. Doch auch die deutschen Hersteller konnten sich zum Teil relativ verbessern, wenn auch auf niedrigem Niveau. Sie hatten schlicht geringere Verluste zu verzeichnen als die amerikanischen Marken. Im bisherigen Jahresverlauf verlor GM gegenüber 2008 41,8 %, Ford 36,8 %und Chrysler 46,3 %. VW kam mit -16,7 % davon, BMW mit -28,9 % und Daimler mit -28,7 %.

US-Automarkt: Jetzt kommen die Koreaner (3 Bilder)

Koreanische Marken wie Hyundai gewinnen in den USA Marktanteile. (Bild: Hyundai)

Koreaner verlieren am wenigsten
Hyundai und Kia sind mit -7,9 und -6,8 % die großen Gewinner im US-Markt, wenn man einen geringeren Verlust als Erfolg gelten lassen will. Ein Grund dafür liegt laut Bericht darin, dass Käufer heutzutage nicht mehr so stark auf bestimmte Marken fokussiert sind. Einem Durchschnittskäufer, der von der Arbeit kommt und auf dem Weg zum Fernseher noch etwas Fastfood einwirft, nehme nicht einmal wahr, welche Marke zu welchem Unternehmen gehöre. Es sind eher praktische Vorteile, die zählen: Hyundai hat zum Beispiel den Nerv der Kunden mit einer Aktion getroffen, die im Falle von Arbeitslosigkeit die Rückgabe des Autos erlaubt.