Probefahrt im neuen Peugeot 208 Rally 4

Seit Jahrzehnten im Rallyesport aktiv unterhĂ€lt Peugeot eine eigene Serie fĂŒr Nachwuchsfahrer. FĂŒr sie ist der neue Peugeot 208 Rally 4 gedacht.

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Peugeot 208 Rally 4

Der Peugeot 208 Rally 4 will einen Einstieg fĂŒr den Rallye-Nachwuchs bieten. Er ist teuer, fĂ€hrt sich aber ganz unkompliziert.

(Bild: Peugeot)

Lesezeit: 6 Min.
Von
  • Joaquim Oliveira
Inhaltsverzeichnis

Erst ein Blick auf die Details und eine Probefahrt erschließen, warum der Rallye-Kleinwagen so teuer ist. Denn Ă€ußerlich unterscheidet den Peugeot 208 Rally 4 wenig von der Serienversion, dem erfolgreich gestarteten Peugeot 208, der auf Wunsch auch als Elektroauto erhĂ€ltlich ist. ZunĂ€chst fallen die Abluftschlitze auf der Motorhaube und eine Hutze auf dem Dach auf. Markant sind auch die besonders leichten Rennsportfelgen aus Magnesium mit ihrem weißen Schutzlack, die Funkantenne auf dem Dach und der umfangreiche, innen eingebaute ÜberrollkĂ€fig, den man sogar von außen erkennt.

Im Innenraum hat der Peugeot Rally 4 mit dem Serienmodell allerdings ganz offensichtlich gar nichts mehr gemein. Armaturenbrett, Verkleidungen, Teppiche und Sitze des Serienautos sind verschwunden, auch, um das GerĂ€t auf 1080 Kilogramm herunterzubringen. Stattdessen die leichten Sparco-Rennschalensitze fĂŒr Fahrer und Beifahrer, ein Lenkrad mit Wildlederbezug, Tripmaster sowie ein paar Taster fĂŒr die wichtigsten Fahrzeugeinstellungen, wo sich sonst der Navigationsbildschirm befindet.

Geschaltet das sequenzielle FĂŒnfgang-Getriebe von Sadev mit einer mĂ€chtigen Stange zwischen den Sitzen. Die zweite ist der Handbremshebel. Seine LĂ€nge gibt dem Fahrer gleichzeitig genĂŒgend Kraft fĂŒr die Bremse, um den Wagen in Kurven schrĂ€g anzustellen. Um auch das GefĂŒhl fĂŒr die Bremse und die Dosierbarkeit zu verbessern, wird die Handbremskraft nicht, wie sonst ĂŒblich, per Bremsseil ĂŒbertragen, sondern hydraulisch wie bei der Betriebsbremse.

Peugeot 208 Rally 4 (9 Bilder)

Außen unterscheiden sich die Rally 4-Versionen vor allem durch eine Lufthutze am Dach und die LuftauslĂ€sse auf der Haube. 
(Bild: Peugeot)

Große VerĂ€nderungen bekam der Peugeot 208 Rally 4 auch unter der Motorhaube. Arbeitete beim VorgĂ€ngermodell 208 Rally 2 ein 1,6 Liter große Vierzylinder-Sauger, so bekam der Rally 4 erstmals einen aufgeladenen Motor. Mit der neuen Plattform unterscheidet sich der R4 vom R2 durch den 1,2 Liter Dreizylinder mit Turboaufladung. Dass der Hubraum auf 1,3 Liter beschrĂ€nkt wurde, passt – zufĂ€llig oder nicht – recht genau zum neuen Reglement der Serie. Der Motor im Rally 4 kommt mit einem vergrĂ¶ĂŸerten Turbolader und einer programmierbaren Motorsteuerung von Magneti Marelli nun auf 208 PS statt 180, das maximale Drehmoment stieg von 119 auf 290 Nm. Der Dreizylinder erreicht es bei 3000/min.

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Statt der am Serienfahrzeug montierten Radialreifen hat der 208 Diagonalreifen in der Dimension 19/63 x 17 auf 7Jx17 Felgen respektive 16/64 x 15 auf 6Jx15-Felgen. Die Bereifung ist so ausgesucht, dass der Wagen schnellstmöglich aus der Balance und in die Kurve gedreht werden kann. Die Bodenhaftung unterstĂŒtzen DĂ€mpfer von Öhlins, deren Zug- und Druckstufe sich je nach StraßenverhĂ€ltnissen dreifach einstellen lĂ€sst. Besonders leichte Magnesiumfelgen verringern die ungefederten Massen und verbessern damit die Bodenhaftung. Da nicht immer beide RĂ€der gleichmĂ€ĂŸig greifen, verhindert ein automatisch bremsendes Differenzial den Traktionsverlust.

Damit erst möglichst spĂ€t vor den Kurven gebremst werden kann, hat Peugeot vorn Vierkolben-BremssĂ€ttel eingebaut, die auf Straßenkursen auf eine 330 Millimeter-Scheibe wirken, fĂŒr geringere BremskrĂ€fte auf unasphaltierten Kursen jedoch nur auf eine mit 290 mm. Hinten sind die Scheiben unter den Zweikolben-SĂ€tteln immer 290 mm groß.