Fahrbericht: Lotus Elise SC mit Kompressor
Bei der neuen Top-Elise steht das SC für Kompressoraufladung ("supercharged").Wir haben die auf 220 PS erstarkte Flunder um die Kurven gescheucht
- sg
München, 15. Januar 2009 – Es ist ein ehernes Dogma: Ein Lotus muss vor allem leicht sein. Jede Änderung, die das Gewicht in die Höhe treiben würde, bedarf also schwerwiegender Rechtfertigungsgründe. Das neue Top-Modell der Elise mit dem Namenszusatz SC ist so ein Fall: Das Kürzel steht nämlich für "Supercharged" und weist auf den Magnussen-Kompressor hin, der dem 1,8-Liter-Motor zusätzliche Kraft verleiht.
Viele Pferdchen, wenig Pfunde
Zehn zusätzliche Kilogramm bürdet der Kompressor der Britin auf, treibt aber gleichzeitig ihre Höchstleistung von 192 auf 220 PS. Und in einer Elise ohne Extras müssen die mit gerade mal 870 Kilogramm Leergewicht fertig werden. Bevor wir allerdings auf der nächsten Serpentinenstraße herausfinden können, wie sich diese Kombination anfühlt, erfolgt das Lotus-übliche Fitnessprogramm – auch bekannt als "Einsteigen". Wie üblich sollten die Passagiere ausreichend gelenkig sein, um sich halbwegs würdevoll in den 1,11 Meter hohen Flachmann zu schälen. Die Kombination aus extrem breitem Seitenschweller, mega-flachem Dach und ultra-tiefer Sitzposition macht das Entern des Lotus-Innenraums zu einer zeitraubenden Veranstaltung.
Fahrbericht: Lotus Elise SC mit Kompressor (29 Bilder)

Äußerlich unterscheidet sich das SC-Modell kaum von den schwächeren Versionen.
Eng, aber kuschelig
Allerdings: Sobald man sich hinterm Steuer niedergelassen hat, überzeugt der knapp geschnittene Innenraum durchaus. Die Ergonomie passt, die Sitze bieten sehr guten Seitenhalt und selbst größere Menschen finden in der schmalen Höhle ausreichend Platz. Wer nicht leidensfähig ist, wird auf langen Strecken aber sicher nicht glücklich. Die liegende Sitzposition, das brettharte Fahrwerk und nicht zuletzt die raue Stimmgewalt des Motors verlangen den Passagieren Nehmerqualitäten ab.