Fahrbericht: Lotus Elise SC mit Kompressor
Seite 3: Fahrbericht: Lotus Elise SC mit Kompressor
Die braucht kein ESP
Ein weiterer Nebeneffekt der ungewöhnlich schmalen Pneus: Am Limit zeigt die Britin eine Neigung zum Untersteuern – ein Verhalten, das bei abgeschalteter Traktionskontrolle durch einen beherzten Gasstoß gekontert werden kann. Dabei sollte der Fahrer allerdings wissen, was er tut, denn ESP ist für die Elise nicht lieferbar. Vermisst haben wir den elektronischen Aufpasser nicht: Das Fahrverhalten ist ehrlich und berechenbar, das Gripniveau hoch und die Bremse ihrer Aufgabe mehr als gewachsen. Die Anlage mit belüfteten, gelochten Scheiben rundum packt erbarmungslos zu und lässt sich prima dosieren.
Ist sie zu hart, bist Du zu weich
Hartes Fahrwerk, winziger Innenraum, geringer Nutzwert: Einen Lotus stellt man sich sicher nicht als Familienauto in die Garage. Der Grundpreis von 49.950 Euro dürfte ernsthafte Interessenten also nicht wirklich abschrecken. Alternativen zur Leichtbau-Britin sind ohnehin nur schwer zu finden: Ein Boxster S etwa bietet zwar ähnlich viel Spaß, wiegt aber mit 1430 Kilogramm deutlich mehr und kostet 55.781 Euro. Am anderen Ende der Vergleichs-Skala warten die ultraleichten, minimalistischen Fahrmaschinen von Caterham oder Donkervoort. Die auf dem seligen Lotus Seven basiernden Einbäume bieten allerdings noch deutlich weniger Alltagsnutzen als eine Elise.
Leichter ist sparsamer
Aber zurück zum Boxster: Mehr Gewicht bedeutet auch mehr Verbrauch. Der Porsche ist mit 10,6 Liter Super Plus auf 100 Kilometer angegeben, während sich die Elise mit 8,5 Liter des teuren Saftes zufrieden gibt. Klar: Sobald es um den Alltagsnutzen geht, zieht der Stuttgarter mit seinen zwei vergleichsweise riesigen Kofferräumen und deutlich bequemerem Interieur natürlich uneinholbar an der Britin vorbei. Aber wer sich beim Sportwagenkauf hauptsächlich vom Aspekt Alltagstauglichkeit leiten lässt, ist bei Lotus so oder so an der falschen Adresse.