Gewachsenes Kompakt-SUV: Nissan Qashqai+2
Die Mehrlänge von 21 cm sieht man dem Japaner nur im direkten Vergleich zum Schwestermodell an. Wir haben den Qashqai+2 mit 2-Liter-Basisbenziner und Frontantrieb gefahren und auch die dritte Sitzreihe inspiziert
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Genf, 19. September 2008 – Durchaus überraschend kam der Verkaufserfolg des eigenwillig designten Nissan Qashqai. Da lag es nahe, dass die Japaner dem fünfsitzigen Kompakt-SUV eine auf 4,53 Meter verlängerte Variante zur Seite stellen, die auf die Bezeichnung Qashqai+2 hört. Wir haben den Siebensitzer mit der Einstiegsmotorisierung und Frontantrieb ausprobiert.
Nichts zu sehen
Der in England gezeichnete Qashqai+2 sollte nach dem Willen des Herstellers trotz der Mehrlänge von 21 Zentimetern genauso aussehen wie sein kürzerer Bruder. Und diese Maßgabe haben die Designer streng umgesetzt. Tatsächlich sind die beiden verschieden langen Wagen nur zu unterscheiden, wenn sie direkt nebeneinander stehen. So ist der Qashqai nach wie vor ein SUV, das mit seiner etwas ungewöhnlichen Optik aus der Masse herausragt.
Gewachsenes Kompakt-SUV: Nissan Qashqai+2 (26 Bilder)

Der Nissan Qashqai+2 ist 21 Zentimeter länger als das Ursprungsmodell - aber sonst kaum von diesem zu unterscheiden.
Wer soll hinten sitzen?
Die Kabine ist sauber durchgestylt mit einem leichten Hang zur Nüchternheit. Weiche Oberflächen schützen vor Kratzern, genaue Passmaße sind bei japanischen Herstellern ohnehin selbstverständlich. Interessant wird es im Heck des Wagens: Dort liegt jetzt serienmäßig eine dritte Sitzreihe. Per Schlaufenzug lässt sich die im Verhältnis 50 zu 50 geteilte dritte Rücklehne vom Kofferraum aus aufstellen. Im umgeklappten Zustand bleibt eine topfebene Ladefläche für das Gepäckabteil. Zudem erreichen wir die dritte Reihe leicht, da die zweite Reihe nach vorne verschiebbar ist. Sitzen man erstmal ganz hinten, folgt postwendend die Ernüchterung: Die Kopfstützen lauern fast im Lendenwirbel-Bereich, den Kopf müssen die Passagiere schräg halten, um nicht ständig gegen das Dach zu kommen. Die Knie der Hintersassen drücken gegen die Rücklehnen der zweiten Reihe – und dort könnte jetzt wegen der auf null Zentimeter geschrumpften Beinfreiheit keiner mehr sitzen. Kurz und gut: Die dritte Sitzreihe des Qashqai+2 ist nichts für Erwachsene und nichts für Jugendliche – selbst Kinder haben dort nicht genug Platz. In einem Porsche 911 oder einem Jaguar XKR geht es hinten ähnlich eng zu. Außerdem sind die Sitze der dritten Reihe deutlich härter als bei den vorderen Plätzen. Also einfach die seltsamen Teile für immer runterklappen – das war`s.