Sportliches Dieselprogramm: Der neue BMW 123d im Test
Um Erfolg zu haben, muss man nicht immer mit dem Strom schwimmen: Mit dem 1er stellten die Münchner im Jahr 2004 ein Auto auf die Räder, das sich konsequent über viele Vernunfts-Konventionen seiner Klasse hinwegsetzt
- sg
Haar, 29. November 2007 – Um Erfolg zu haben, muss man nicht immer mit dem Strom schwimmen: Mit dem 1er stellten die Münchner im Jahr 2004 ein Auto auf die Räder, das sich konsequent über viele Vernunfts-Konventionen seiner Klasse hinwegsetzt – und trotzdem ankommt. Das beginnt schon bei den elementaren Regeln der Golf-Klasse. Die besagen nämlich, dass ein moderner Kompakter einen quer eingebauten Frontmotor plus Frontantrieb haben sollte. Das sorgt für optimale Raumverhältnisse im Inneren, niedrige Herstellungskosten und für ein leicht beherrschbares Fahrverhalten. Selbst hartnäckige Heckantriebsverfechter wie Mercedes sind bei ihren ersten Gehversuchen in der Kompaktklasse auf Frontantrieb umgestiegen. Nicht so BMW. Mit dem 1er steht folgerichtig der einzige Hecktriebler in der Klasse zur Verfügung, die ihren Namen einem der erfolgreichsten Vertreter ihres Segments zu verdanken hat. Mit dem neuen 123d spendiert BMW seinem aktuell kleinsten automobilen Spross jetzt noch ein zusätzliches Alleinstellungsmerkmal. Immerhin stößt der größte Diesel der 1er-Reihe mit 204 PS und satten 400 Newtonmeter in Leistungsregionen vor, in die ihm keiner seiner direkten Diesel-Konkurrenten folgen kann. Übrigens: Auf die Typenbezeichnung kann man sich auch beim 123d nicht wirklich verlassen: Der Motor hat knapp zwei Liter, nicht 2,3 Liter Hubraum.
Anders als alle anderen
Beginnen wir aber mit dem Offensichtlichen: Gerade bei einem Kompakten wiegen die Nachteile des BMW-typischen Antriebskonzepts recht schwer. Während auf den vorderen Plätzen noch kommode – aber nicht übermäßig großzügige – Platzverhältnisse herrschen, gehen die hinteren Plätze mehr als zusätzlicher Stauraum denn als bequeme Sitzgelegenheit für Erwachsene durch. Für unseren Test machten wir die Probe aufs Exempel und luden zwei Passagiere um 1,85 Meter Körpergröße zunächst ein, in den Fond eines dreitürigen Golf einzusteigen. Bei der anschließenden Sitzprobe im, ebenfalls dreitürigen, 1er-Testwagen war das Urteil der Versuchskaninchen eindeutig: Im BMW beherbergt die hintere Reihe tatsächlich die billigen Plätze, im Golf gab’s weder über den Einstieg noch über das Platzangebot ernste Beschwerden.
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