Sportliches Dieselprogramm: Der neue BMW 123d im Test

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Bei der Qualität des Innenraums herrscht dann wieder eitel Freude und Sonnenschein in München. Die verbauten Materialien sind allesamt hochwertig, fassen sich sehr angenehm an und vermitteln tatsächlich den von BMW propagierten Premiumcharakter. Vor der Modellpflege gab’s im 1er noch kleine Unstimmigkeiten – wir erinnern uns etwa an den billigen Handschuhfachdeckel, der nur durch ein Stück Schnur arretiert wurde. Hier hat die Überarbeitung Wunder gewirkt, denn auch mit viel bösem Willen lässt sich im Cockpit des kleinen Müncheners kein Detail finden, das den edlen Gesamteindruck stört. Störend ist schon eher der Mangel an Ablagen. In das Fach unter der (aufpreispflichtigen) Mittelarmlehne passen nur flache Gegenstände, die Kartentaschen in den Türen sind zu schmal und die von der Konkurrenz bekannten Halterungen für große Getränkeflaschen sucht der 1er-Fahrer ebenfalls vergeblich. Der Kofferraum bietet auch nur knappen Durchschnitt und fasst mit 330 Liter etwas weniger als die Wolfsburger Referenz. Wer die asymmetrisch teilbare Rückbank komplett umklappt, erweitert den Laderaum auf 1150 Liter.

Trotz knappem Ablageplatz sind gerade lange Strecken die Domäne des 123d. Die (aufpreispflichtigen) Sportsitze mit elektrischer Sitzverstellung (Aufpreis) aber ohne (aufpreispflichtige) Lordosenstütze nehmen die Frontpassagiere nicht in die ganz enge Zange, bieten aber ein hohes Maß an Seitenhalt und Sitzkomfort. Wer will, kann auf Knopfdruck gar einstellen, wie eng sich die Seitenwangen des Sitzes an den Körper schmiegen. Ein weiterer Pluspunkt ist das exzellente Fahrwerk, das auch grobe Unebenheiten souverän vom Fahrer fernhält. Dabei überzeugt der BMW – Heckantrieb sei Dank – mit einem weitgehend neutralen Fahrverhalten. Die Lenkung ist präzise, bietet ausreichend Feedback und ist – konzeptbedingt – frei von Antriebseinflüssen. Obwohl der 2,0-Liter-Turbodiesel mit bäriger Kraft gesegnet ist, verhält sich der Wagen auch auf nasser Straße vorbildlich. Selbst in engen Kurven muss der Fahrer provokant viel Gas geben, um das ESP zum Regeln zu bringen. Und selbst dann scharren die Hinterräder höchstens kurz über den Asphalt, bevor die Elektronik blitzschnell den Power-Fluss anpasst – vor wildem Übersteuern oder einem ausbrechenden Heck muss sich also auch im Winter niemand fürchten.