Sportliches Dieselprogramm: Der neue BMW 123d im Test
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Die Quadratur des Kreises?
Sobald es aber um den Antrieb geht, muss sämtliche Kritik am 123d sowieso auf einen Schlag verstummen. Um es gleich vorweg zu nehmen: Dieses Triebwerk ist der Hammer. Es liefert nämlich einerseits Fahrleistungen, die sich durchaus mit den sportlichen Vertretern der Kompaktklasse messen lassen können. Andererseits geht der 2,0-Liter-Biturbo äußerst sparsam mit dem Treibstoff und der Umwelt um. Laut BMW liegt der kombinierte Verbrauch bei optimistischen 5,2 Liter auf 100 Kilometer. Unser tatsächlicher Testverbrauch lag mit 7,6 Liter auf 100 Kilometer zwar deutlich höher, allerdings haben wir dem 123d dabei auf der Autobahn häufig die Sporen gegeben oder ihn durch die Stadt schleichen lassen. Bei verhaltener – aber nicht einschläfernder – Fahrt über die Landstraße erreichten dann auch wir problemlos Verbrauchswerte um die 5,8 Liter. Angesichts der gebotenen Power gehen diese Verbräuche mehr als in Ordnung. Dass der 123d schließlich nur 138 Gramm CO2 pro Kilometer in die Atmosphäre pustet, geht in diesem Leistungsumfeld als kleine Sensation durch.
Ruhig, GrĂĽner!
Der Fahrer merkt dabei nur an Details, dass er einen Diesel unter der Haube spazieren fährt. So dringen durch die Sitze sanfte, aber nie störende, Vibrationen des Motors ans Popometer, und der Schalthebel zittert ganz leicht, sobald der BMW im Leerlauf an der Ampel steht. Das allerdings stellt bei warmem Motor kein großes Problem dar, denn der 123d kommt serienmäßig mit der BMW-Start-Stopp-Automatik. Die funktioniert in unserem Testwagen völlig unspektakulär und problemlos: Der Wagen kommt zum Stillstand, wir legen den Leerlauf ein, lösen die Kupplung und schon stoppt der Turbo-Diesel. Beim nächsten Tritt auf die Kupplung springt der Motor sofort an, der Schalhebel schüttelt sich kurz, und wir können die Fahrt fortsetzen. Die Schaltanzeige soll zusätzlich zur Sparsamkeit mahnen. Während des Tests haben wir sie allerdings souverän ignoriert. Das liegt nicht etwa an mangelndem Umweltbewusstsein: Die Ganganzeige mit den mikroskopisch kleinen Schaltpfeilen ist schlicht zu winzig und unauffällig.