Zwei Turbos, vier Zylinder: Citroën C6 HDi 170 Biturbo im Test
Luxuslimousinen brauchen starke Motoren, doch das müssen keine 6-Zylinder sein. Die preiswerte 170 PS starke Biturbo-Version eines 4-Zylinder-Diesels in Citroëns großem C6 liegt nur 34 PS hinter dem 6-Zylinder-Aggregat zurück.
- mh
Haar, 23. Mai 2007 – Ihr fahrbarer Untersatz soll Ihrer Individualität besonderen Ausdruck verleihen und Sie stehen auf gehobenen Luxus? Dann haben Sie den Citroën C6 sicherlich schon in Ihre engere Wahl gezogen. Die Entscheidung für die zwischen oberer Mittel- und der Oberklasse rangierende Avantgarde-Limousine fiel dem C6-Interessenten bisher aber nicht leicht: Ihr hoher Einstiegspreis und die Wahl zwischen nur zwei relativ durstigen Sechszylindermotoren schreckte so manchen C6-Fan ab. Doch seit kurzem bieten die Franzosen mit der dritten Motorisierung HDi 170 Biturbo eine günstige Vierzylinder-Alternative an. Und trotz dieser abgespeckten Motorisierung bleibt der große Franzose auch in dieser Variante ein Auto für Genießer.
Angenehm leise
Wie bei den Varianten mit V6-Motor wurde auch der Vierzylinder-Turbodiesel im C6 gut abgekapselt. Von außen kann man zwar Dieselgeräusche deutlich wahrnehmen, doch die Insassen werden von den Lebensäußerungen spätestens nach der Warmlaufphase kaum mehr behelligt. Bei Reisetempo geht die Motorakustik in den allgemeinen Fahrgeräuschen ohnehin ganz unter. Nur gelegentlich hört man das Pfeifen der Turbolader. Ja, Sie haben richtig gelesen: Hier sorgen gleich zwei Abgasturbinen für extra-kräftige Zwangsbeatmung.
Parallel-sequenzieller Bi-Turbo
Genau genommen handelt es sich um eine parallel-sequenzielle Aufladung durch zwei identische Garrett-Lader. Das heißt, im unteren Drehzahlbereich ist zunächst nur einer aktiv, während der zweite Lader je nach Leistungsbedarf und Ladedruck zwischen 2600 und 3600 Umdrehungen mitmischt. Auf diese Weise bietet der Motor über ein sehr breites Drehzahlband respektablen Durchzug. Ab 1000 Touren ist der Vierzylinder bereits fahrbar. Danach überzeugt der Motor mit einem recht fülligen Beschleunigungsgefühl. Ein Turboloch gibt es fast nicht mehr. Spätestens bei etwa 5000 Umdrehungen wird es Zeit für die nächste Gangstufe. Anders als bei den beiden Sechszylinder-Varianten mit Automatikgetriebe ist der kleine C6-Motor ausschließlich als Sechsgang-Schalter zu haben. Zumindest wer an französischer Getriebe-Kultur gefallen findet, wird die langen Wege und die etwas labbrige Führung durchaus mögen. Letztlich flutscht der Hebel immer sauber und präzise in die gewünschte Gasse.