Vorstellung: Mercedes C-Klasse All-Terrain
Die Höherlegung der E-Klasse war offenbar so erfolgreich, dass Mercedes nun auch eine entsprechende Version der C-Klasse nachschiebt.
(Bild: Mercedes)
Vielleicht geht es Ihnen ja ähnlich: In freier Wildbahn habe ich bewusst noch kein Mercedes E-Klasse All-Terrain gesehen. Dennoch ist dieser Ableger offenbar so erfolgreich, dass Mercedes nun auch die C-Klasse mit Beplankung und mehr Bodenfreiheit anbietet. Verkauft wird das Ganze in der typischen Mischung aus Sport-, Abenteuer-, Freiheit-Kommunikation. Dabei könnte glatt übersehen werden, dass die Macher im Detail einigen Aufwand betrieben haben. Anders ausgedrückt: Das All-Terrain-Paket der C-Klasse ist durchaus mehr als nur eine reine Designspielerei.
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Offensichtlich sind zunächst natürlich die Äußerlichkeiten: 40 mm mehr Bodenfreiheit, dazu reichlich unlackierter Kunststoff an den Schwellern und um die Radläufe. Der leicht veränderte Stoßfänger vorn wird vermutlich nur sehr aufmerksamen Menschen auffallen, etwas mehr Chrom und glänzende Zierelemente in Schwarz ebenso. Wie im „Zivil“-Modell sind auch hier 17-Zoll-Felgen serienmäßig, allerdings sind die Felgen im Abenteuer-C mit 7,5 x 17 minimal breiter. Das Standard-Reifenformat ist mit 225/50 identisch. Wer die riesigen Radhäuser anders bestückt haben möchte, muss draufzahlen.
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Zwei Gelände-Programme
Mercedes selbst betont die Schlechtwege-Tauglichkeit. Die Vierlenkerachse vorne bekommt etwas größere Achsschenkel. Hinten ist eine Raumlenker-Achse verbaut, die an einem Fahrschemel aufgehängt ist. Die Auswahl an Fahrmodi wurde um zwei Programme erweitert: „Offroad“ ist für leichtes Gelände wie Feldwege, Schotter oder Sand ausgelegt; „Offroad+“ mit „Downhill Speed Regulation“, also einer Art Brems-Assistent für steile Abfahrten, ist für etwas schwereres Gelände gedacht.
Vermutlich wird die C-Klasse All-Terrain abseits befestigter Wege sogar weiter kommen, als es die meisten Besitzer je einfordern werden. Davon unberührt bleibt: Wer tatsächlich einen Geländewagen benötigt, muss und wird einen solchen kaufen, und keine angehobene C-Klasse. Trotz serienmäßigem Allradantrieb bleibt sie ein Begleiter für ausgefahrene Feldwege, nicht für Einsätze über Geröll und durch Schlamm.
Mercedes C-Klasse All-Terrain (9 Bilder)

Der Allradantrieb kann seine Kraft variabler verschieben als im Vorgänger. Bis zu 45 Prozent der Kraft können über die Vorderräder verteilt werden, nach hinten gehen laut Daimler bis zu 55 Prozent. Die Bauteile sollen leichter als bisher sein. Der Effizienz zugutekommt, dass die Reibung im Verteilergetriebe gesenkt wurde. Der Ölkreislauf dort ist geschlossen und braucht keine zusätzliche Kühlung, berichten die Techniker.
Wer in das nicht ganz billige „Digital Light“ investiert, bekommt Scheinwerfer mit einer Zusatzfunktion. Wählt der Fahrer eines der „Offroad“-Programme, wird der Bereich vor dem Auto bis zu einem Tempo von 50 km/h breiter ausgeleuchtet. Vermutlich etwas häufiger als im normalen C-Klasse-T-Modell wird die Anhängekupplung geordert. Hier wie dort kann der Kombi bis zu 1,8 Tonnen ziehen.
Zunächst nur zwei Motoren
Im ersten Beipackzettel zum All-Terrain verrät Mercedes noch nichts zu den Motoren, sieht man einmal davon ab, dass es zwei Vierzylinder mit Mildhybrid sein sollen. Das ist nicht sehr aussagekräftig, denn etwas anderes gibt es in der C-Klasse derzeit auch nicht. Vermutlich werden zum Start die beiden 300er angeboten, jeweils als Diesel und Benziner. Damit könnte der Fahrer im Selbstzünder auf 195 plus 15 kW, im Benziner auf 190 plus 15 kW zurückgreifen. Wahrscheinlich wird rasch der stark nachgefragte C 220d nachgereicht.
Weitere Motoren, darunter der Plug-in-Hybrid, sind prinzipiell auch im All-Terrain denkbar, allerdings nur bei entsprechender Nachfrage. Die Preise der beiden Start-Modelle dĂĽrften knapp unterhalb von 60.000Â Euro beginnen und sind, wie immer bei Mercedes, als Ausgangspunkt zu verstehen. Die offizielle Vorstellung soll auf der IAA in MĂĽnchen Anfang September erfolgen.
(mfz)