T-Mobile und RWE Powerline mit Marketing für die Katz
Zum zweiten Mal kürt die Universität Hohenheim den Marketingflop des Jahres.
Zum zweiten Mal kürt die Universität Hohenheim den Marketingflop des Jahres. Zehn hoffnungsvoll gestartete Aktionen, die sich nachträglich als Rohrkrepierer erwiesen, haben in diesem Jahr gute Chancen auf den wenig schmeichelhaften Titel -- darunter auch zwei Kampagnen aus dem Telekommunikationsbereich. Wahlberechtigt ist die gesamte Internet-Gemeinde.
Erheblichen Wirbel verursacht, die Öffentlichkeit mobilisiert und dabei viel Kredit verspielt hat im abgelaufenen Jahr die Telekom-Tochter T-Mobile. Dort sollten netzinterne Kurzmitteilungen mit saftigen Preisaufschlägen bedacht werden. Massive Proteste von Politikern, Verbraucherzentralen und Jugendorganisationen bewogen den Telekommunikationsanbieter aber schließlich zu einem Rückzieher. "Gerade dieser Rückzug warf jedoch ein eigenartiges Licht auf die zuvor angekündigte Preiserhöhung: denn eine Preiserhöhung, die ohne weiteres zurückgenommen werden kann, scheint weniger auf gestiegenen Kosten als vielmehr auf 'Abschöpfungsbestrebungen' zu beruhen", so die Würdigung der Aktion durch die Universität Hohenheim.
Zu den zehn Nominierten dieses Jahr gehört auch die aus dem Rheinisch Westfälischen Elektrizitätswerk hervorgegangene RWE Group, die sich mit ihrem Angebot Internet aus der Steckdose qualifizierte. Weder die Technik noch die Kundenzahlen hielten am Ende das, was die Marketing-Strategen vollmundig versprochen hatten. Bis zur Einstellung des Dienstes im September 2002 konnten gerade einmal 2000 Kunden gewonnen werden. Geplant waren 20.000 User bis Ende des Jahres 2001.
Den Marketingflop des Vorjahres landete übrigens der Telekommunikationsanbieter Quam mit einer Schätzungen zufolge 50 Millionen Euro teuren Werbekampagne, mit der sich das Unternehmen als fünfter deutscher Mobilfunkanbieter empfehlen wollte. Nach einem völlig verpatzten Weihnachtsgeschäft im Jahr 2001 zog sich das Unternehmen in diesem Jahr endgültig aus dem deutschen Markt zurück. (em)