Drei Elektroautos: Nissan in Tokio

Nissan will bei der Entwicklung von Elektroautos ganz vorne mitspielen. Auf der Tokyo Motor Show stehen drei Elektro-Nissans. Hinzu kommen einige für den japanischen Markt bestimmte Premieren

vorlesen Druckansicht 14 Kommentare lesen
Lesezeit: 4 Min.
Von
  • gh
Inhaltsverzeichnis

Tokio (Japan), 8. Oktober 2009 – Wie viele japanischen Hersteller zeigt Nissan auf der Tokyo Motor Show (24. Oktober bis 4. November 2009) seine Ideen für elektrische Fahrzeuge. Dabei gibt es nicht nur von Nissan noch mehr zu sehen, als die IAA in Frankfurt zeigte. Gleich drei Elektroautos bringt Nissan mit. Hinzu kommen für den japanischen Markt bestimmte Premieren und ein überarbeitetes stufenloses Getriebe (CVT).

Der Land Glider ist ein Zweisitzer mit Tandemsitzanordnung. Durch die beiden hintereinander sitzenden Passagiere ist eine maximale Karosseriebreite von 1,10 Meter möglich. Dies bietet zum einen bei der Fahrt durch verstopfte Innenstädte Vorteile und ermöglicht wegen der geringen Stirnfläche (Höhe 1,45 Meter) und der schmalen Reifen einen geringen Luftwiderstand. Angetrieben wird der Wagen von zwei in der Nähe der Hinterachse platzierten Elektromotoren. Um das mit einer Lithium-Ionen-Batterie betriebene Fahrzeug besonders wendig zu machen, wird es mit einer Neigetechnik ausgestattet. Sensoren messen Geschwindigkeit, Lenkwinkel und Gierrate und ermitteln so den optimalen Neigungswinkel. Um bis zu 17 Grad kann sich der Land Glider neigen – bekannt ist diese Technik beispielsweise vom Carver One oder von modernen ICE-Zügen. Das Ladesystem des Land Glider funktioniert induktiv, also kontaktlos. Vor Unfällen soll ein Kollisions-Vermeidungssystem schützen, das laut Nissan nach dem gleichen Prinzip funktioniert, nach dem Fische in Schwärmen Berührungen mit Artgenossen vermeiden.

Drei Elektroautos: Nissan in Tokio (24 Bilder)

Der Nissan Land Glider kann sich bis zu 17 Grad neigen.

Ihre Publikumspremiere feiert die Serienversion des Nissan Leaf. Die zur Kompaktklasse zählende Schräghecklimousine wird rein elektrisch angetrieben und rollt ab Ende 2010 auf die Straßen in den USA, Japan und Europa. Als Energiespeicher dient eine flache Lithium-Ionen-Batterie "in laminierter Bauweise". Diese liefert den Strom für einen Elektromotor mit 80 kW (109 PS) und einem Drehmoment von 280 Nm. Dank eines regenerativen Bremssystems soll der Leaf 160 Kilometer weit kommen. Sein tiefer Schwerpunkt ist laut Hersteller für eine gute Kurvenlage ohne spürbare Seitenneigung gut. Mit einem Schnelllade-System lässt sich der Akku des Leaf in einer halben Stunde zu 80 Prozent laden. Bereits nach einer Ladezeit von zehn Minuten sind wieder 50 Kilometer Fahrt möglich. Das vollständige Aufladen an einer 230-Volt-Steckdose dauert acht Stunden. Die Ladezeiten können per Fernbedienung vorprogrammiert werden, um günstige Nachtstrom-Tarife zu nutzen.