Mercedes-Renntransporter in drei Generationen

Auf Wunsch von Rennleiter Alfred Neubauer baute Mercedes 1955 einen Express-Transporter auf den Rohrrahmen eines 300 S. Zum 75. Jubiläum der Silberpfeile zeigt Mercedes diesen und zwei weitere Renntransporter

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  • ssu
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Stuttgart, 20. November 2009 – Früher war alles besser... Namen wie Rudolf Caracciola, Stirling Moss oder Juan Manuel Fangio wecken ehrfürchtige Erinnerungen an die großen Zeiten der Mercedes-Silberpfeile, die 1934 – vor genau 75 Jahren also – begannen. Heute hingegen muss sich die Daimler-Führung harte Kritik des Betriebsrates gefallen lassen und eine Antwort auf die Frage finden, wie die jüngst beschlossene Übernahme des Formel-1-Teams Brawn GP in Zeiten von Kurzarbeit und Gehaltskürzungen bei den Beschäftigten zu rechtfertigen ist.

Sollten allerdings die künftig als Werksteam Mercedes Grand Prix startenden Boliden an die Erfolge ihrer Vorgänger aus den 1930er- und 1950er-Jahren anknüpfen können, wird wieder gejubelt. Dann wird wohl auch die Frage in den Hintergrund rücken, ob der auf 60 Millionen Euro geschätzte Jahresetat eine lohnende Investition ist. Wie Daimler-Chef Dieter Zetsche der dpa sagte, wäre das sogar ein Viertel des Budgets früherer Jahre, und: "Es wäre eine vertane Chance, die Faszination der Marke Mercedes-Benz auf dieser Weltbühne nicht noch wirksamer in Szene zu setzen"

Mercedes-Renntransporter in drei Generationen (12 Bilder)

Nachbau des Unikats von 1955

(alle Fotos: Daimler)

Zwar ist noch nicht geklärt, wer anstelle des Weltmeisters Jenson Button in dem von Ross Brawn geleiteten Team fahren wird, dafür ist man in der Daimler AG in der komfortablen Lage, sich aus dem eigenen Konzernregal bedienen zu können, wenn es um die Transportmittel für die kostbaren Rennwagen geht. In der neuen Saison wird ein hochmoderner Actros-Sattelzug mit Notbremsassistent und allerlei Komfort in Fahrerhaus und einem reichhaltig ausgestatteten Auflieger diese Arbeit übernehmen.

Anlässlich des Silberpfeil-Jubiläums hat Mercedes den Megalaster Seite an Seite mit den Fahrzeugen präsentiert, die diese Aufgaben vor beziehungsweise nach dem Krieg übernommen haben. Ins Auge sticht dabei vor allen Dingen das "Blaue Wunder" von 1955, den Mercedes auch gern als "schnellsten Lastwagen der Welt" bezeichnet.