Zweifel an der Geschichte vom Runaway-Prius

Nach dem jüngsten Fälle von "ungewollter Beschleunigung" mit einem Toyota muss sich sein Besitzer einige Fragen gefallen lassen. Die Behörden konnten bisher keinen technischen Mangel entdecken

vorlesen Druckansicht 15 Kommentare lesen
Lesezeit: 3 Min.
Von
  • Gernot Goppelt
Inhaltsverzeichnis

Hannover, 15. März 2010 – Nach dem jüngsten Fall von "ungewollter Beschleunigung" mit einem Toyota muss sich sein Besitzer nun einige Fragen gefallen lassen. Letzte Woche war berichtet worden, dass der 61-jährige James Sikes auf einer Schnellstraße bei San Diego seinen Toyota Prius von 2008 nicht stoppen konnte. Das Gaspedal habe geklemmt – und obwohl er das Bremspedal durchtrat, so Sikes, habe der Prius auf 90 mph (ca. 150 km/h) beschleunigt. Per Notruf 911 unterrichtete er die Polizei, die ihm dann mit Anweisungen per Lautsprecher half, den Wagen zum Stehen zu bringen.

Die Verkehrsbehörde NHTSA hat laut US-Nachrichtensender CNN gemeinsam mit Toyota das Fahrzeug mittlerweile untersucht und versucht, das Geschehen nachzuvollziehen. Dabei konnte allerdings kein technischer Fehler festgestellt werden. Sobald man bei Sikes´ Prius und einem zweiten Exemplar aus demselben Baujahr das Gaspedal durchtrat und zusätzlich die Bremse betätigte, kam der Wagen zum Stehen. Der Prius ist so ausgelegt, dass ein gleichzeitiges Treten beider Pedale den Motor abschaltet, das gilt also auch für ein eventuell klemmendes Gaspedal.

Zweifel an der Geschichte vom Runaway-Prius (2 Bilder)

Ein kalifornischer Polizist halt den Prius-Fahrer per Lautsprecheranweisung, zum Stehen zu kommen.

Nun kommen öffentlich Zweifel auf, ob Sikes möglicherweise die ungewollte Beschleunigung vorgetäuscht hat, um Schadens­ersatzforderungen stellen zu können, Die Fox News reagierten mit einer Geschichte, die geeignet ist, Zweifel an Sikes finanzieller Vergangenheit zu wecken. Die zuständigen Behörden äußerten sich gegenüber dem CNN zurückhaltender: "Diese Ergebnisse werfen sicher neue Fragen zur Glaubwürdigkeit des Geschehens auf, wie Mr. Sikes davon berichtet hat". Technische Gründe scheinen demnach als Begründung auszuscheiden.