Daimler und Renault-Nissan kooperieren

Jetzt ist es amtlich: Renault-Nissan und Daimler arbeiten zukĂĽnftig technisch zusammen. Es geht um die Belieferung mit Motoren, aber auch um die gemeinsame Entwicklung neuer Modelle

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Carlos Ghosn (li.) und Dieter Zetsche wollen kooperieren, aber die Eigenständigkeit ihrer Unternehmen erhalten. (Bild: Daimler)
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Von
  • Gernot Goppelt
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Stuttgart/Paris, 7. April 2010 – Das Bündnis zwischen Daimler und dem französisch-japanischen Wettbewerber Renault-Nissan ist nun auch offiziell perfekt, wie aus der heute veröffentlichten gemeinsamen Mitteilung der Unternehmen hervorgeht. Die neue Allianz sieht unter anderem die gemeinsame Entwicklung bei Kleinwagen, Stadt­liefer­wagen sowie den Austausch von Motoren und bei Elektroantrieben vor. So wollen die Unternehmen Kosten sparen, denn Daimler und Renault fuhren beide im vergangenen Jahr Milliardenverluste ein. Aber auch unabhängig von der scharfen Wirtschaftslage ist damit die Frage beantwortet, wie Daimler speziell im Kleinwagengeschäft mit Großserienherstellern wie Volkswagen mithalten will.

Untermauert wird die neue Partnerschaft durch eine Über­kreuz­beteiligung. Die Renault-Nissan-Allianz erhält einen Anteil von 3,1 Prozent an Daimler – Daimler von jeweils 3,1 Prozent an Renault und Nissan. Renault und Nissan bilden seit 1999 eine Allianz und sind ebenfalls durch eine Kapitalverflechtung verbunden. Die Über­kreuz­beteiligung sieht Zetsche freilich als ein "symbolisches Signal", dass eine längerfristige Zusammenarbeit geplant ist. Dazu gehört nach seiner Meinung auch, diesmal die Kultur beider Unternehmen nicht zusammenzuführen, sondern die jeweiligen Eigenarten der Unternehmen zu erhalten.

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Carlos Ghosn (li.) und Dieter Zetsche wollen kooperieren, aber die Eigenständigkeit ihrer Unternehmen erhalten. (Bild: Daimler)

Im Zentrum der neuen Partnerschaft steht die Zusammenarbeit bei Kleinwagen. Die nächste Generation des Daimler-Stadtwagens Smart, von dem es auch wieder einen Viersitzer geben soll, und der Renault Twingo sollen eine gemeinsame Architektur erhalten. Basis bilde das Heckantriebskonzept des aktuellen Smart-Modells, hieß es. Schon 2013 sollen erste Modelle vom Band laufen. Dabei bleibe Hambach die Produktionsstätte für den zweisitzigen Smart. Der Viersitzer soll dagegen aus dem slowenischen Renault-Werk in Novo Mesto kommen. Alle Fahrzeuge sollen von Beginn an auch mit einem Elektroantrieb angeboten werden.