Kompressor-Bike Kawasaki Z H2: Hoch verdichtet
Seite 2: Gitterrohrrahmen
Kawasaki setzte in den vergangenen Jahren bei immer mehr Modellen auf einen Gitterrohrrahmen aus Stahl, anstatt auf einen Brückenrahmen aus Aluminium. So auch bei der Z H2, in der der Motor als tragendes Element integriert ist. Die Fahrwerksgeometrie muss der Kraft Rechnung tragen, der Radstand beträgt 1455 Millimeter, der Lenkkopfwinkel 65,1 Grad und der Nachlauf 120 Millimeter. Kawasaki verspricht für seine Z H2 Stabilität auch bei hohen Geschwindigkeiten und ein dennoch leichtes Handling. Die Wandstärken der Rohre wurde per Computersimulation so berechnet, dass sie, trotzt der hohen Steifigkeit, noch genügend Eigenfederung bieten.
Fahrwerksteile von Showa
Die Federelemente stammen von Showa, vorn in Gestalt einer voll einstellbaren Big-Piston-Upside-down-Gabel mit 43 Millimeter Durchmesser. An der Schwinge kommt ein Zentralfederbein zum Einsatz, das in der Vorspannung und Zugstufe variabel ist. Radial verschraubte M4-Bremssättel von Brembo wirken vorn auf zwei 320 Millimeter große Bremsscheiben, hinten hat die Einzelscheibe 260 Millimeter Durchmesser. Die Verbindung zur Straße stellen Pirelli-Rosso-III-Reifen im Format 120/70-17 vorne und 190/55-17 hinten her.
Über die Sicherheit wachen eine ganze Reihe von elektronischen Systemen. Eine sechsachsige IMU von Bosch liefert dafür permanent Daten über den Fahrzustand der Z H2. Sie verfügt über eine Schlupfregelung, Kurven-ABS, einen Wheelie-Verhinderer, Tempomat und einen Quickshifter, der beim Hoch- und Runterschalten die Kupplung überflüssig macht. Drei Modi (Rain, Road, Sport) sind vorinstalliert und ein vierter Modus lässt sich manuell konfigurieren. Außerdem sorgt eine Anti-Hopping-Kupplung für Ruhe im Fahrwerk beim schnellen Runterschalten.
Konfiguration per Smartphone
Im Cockpit findet sich ein farbiges TFT-Display, das neben vielen anderen Informationen auch den Ladedruck des Kompressors anzeigt. Die Menus im Display lassen sich per Tasten am linken Ende des breiten Superbike-Lenkers durchklicken. Auch die Z H2 verfügt über die Möglichkeit, sein Smartphone mit dem Motorrad zu koppeln, vorausgesetzt die Kawasaki-App „Rideology“ wurde runtergeladen. So können viele Informationen und ein GPS-Tracking auf dem Smartphone dargestellt werden, umgekehrt werden eingehende Anrufe oder Email im TFT-Display gemeldet. Die elektronischen Fahrhilfen lassen sich auch mit dem Handy konfigurieren und Setups speichern. Ganz besonders interessant ist für viele wahrscheinlich die Aufzeichnung der maximal erreichten Schräglage und Höchstgeschwindigkeit.
Topspeed 267 km/h
Die Verbrauchsanzeige könnte bei dem potenten Aggregat gelegentlich weit nach oben schnellen, wenn viel Leistung abgerufen wird. Kawasaki gibt eine Höchstgeschwindigkeit von 267 km/h an. Ohne Verkleidung dürfte das kein Vergnügen werden, selbst wenn man einen Stiernacken hat. Für eine adäquate Reichweite spendierte Kawasaki der Z H2 einen 19-Liter-Tank. Das Modell gibt es ausschließlich in schwarz, lediglich die Rahmen sind entweder rot, grün oder schwarz lackiert.
Powerbike der Extraklasse
Kawasaki hat mit der Z H2 ein wegen seines Kompressors außergewöhnliches Motorrad auf die Räder gestellt. Seine Faszination bezieht es zweifellos aus dem höchst potenten Motor, der in Sachen Durchzug nur wenige Konkurrenten fürchten muss. Über die Optik lässt sich allerdings trefflich streiten. Für 17.095 Euro bekommt der Kunde ein Powerbike der Extraklasse.