35 Jahre VW Golf Diesel: Die Geschichte eines Bestsellers
Erster Diesel mit sportlichen Ambitionen
1980 wuchs der Hubraum des Golf Diesel auf 1,6 Liter. Der neue Selbstzünder leistete 54 PS bei 4800 Umdrehungen und bot ein maximales Drehmoment von 100 Nm bei 2300 Touren. Als der Dieselmotor 1982 mit einem Turbolader auf 70 PS gestärkt wurde, rückte der Golf als GTD namentlich und optisch an das sportlichste Modell, den Golf GTI, heran. 1989 gab es für die GL- und CL- Modelle des Golf eine sparsame 1,6-Liter-Dieselvariante mit Oxidationskatalysator, die als „Umweltdiesel“ bekannt wurde. Ab 1993 führte VW einen Golf Ecomatic mit Start-Stopp-Automatik, so wie sie heute in zahlreichen Autos angeboten wird, ein. Der „Öko-Golf“ war zudem mit einer Schwungnutzautomatik ausgestattet. So sollte der Verbrauch auf bis zu 3 Liter Diesel pro 100 Kilometer gedrückt werden. Der Eco-Golf war aber trotz aufwendiger Werbekampagnen ein Ladenhüter.
"Millionenseller" TDI
Der GTD war die Basis für den darauf folgenden Verkaufsschlager TDI, der ab 1993 im Golf III als Golf TDI angeboten wurde. Der 1,9-Liter-Vierzylinder stammte aus dem Audi 80, der ihn bereits ein Jahr zuvor bekam. Neu war die Direkteinspritzung. Sie machte den Diesel zusammen mit dem Turbolader zu einem gefragten Antrieb. Der TDI leistete zunächst 90 PS, später kam eine Version mit 110 PS hinzu. Während der Golf-IV-Generation entwickelte VW das eigene Einspritzverfahren Pumpe-Düse. Es bot höhere Einspritzdrücke als die Common-Rail-Einspritzung, war aber weniger kultiviert und teurer in der Produktion. Seit 2007 stellt Volkswagen seine Modelle auf die Common-Rail-Einspritzung um.
SDI-Motor wieder aus dem Programm
Parallel zum TDI-Motor wurde auch ein weitestgehend baugleicher Saugdiesel mit Direkteinspritzung entwickelt – der sogenannte SDI-Motor. Im Vergleich zum TDI hatte er keinen Turbolader und war auch etwas schwerer. Die Abgasnorm Euro 5 stellte für den SDI zudem eine zu große Hürde dar, sodass er beim Golf VI wieder aus dem Angebot gestrichen wurde. (imp)