AllofMP3.com weist Vorwürfe der Musikindustrie zurück

Nach der Verhaftung eines Briten, der nach Ansicht der IFPI im Auftrag des russischen Musik-Discounters gehandelt haben soll, kommt nun die Antwort aus Russland.

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Der russische Musikdiscounter AllofMP3.com weist Vorwürfe des internationalen Phonoverbands IPFI und des britischen Verbands der Musikindustrie BPI zurück, er unterhalte in London eine Niederlassung für Europa. Damit reagiert er auf Behauptungen der IFPI, nach denen sich ein jüngst verhafteter 25-Jähriger als AllofMP3.com-"Agent" betätigt habe. Dieser wird beschuldigt, mit dem Verkauf von Gutscheinen für den Download von der Website des russischen Anbieters unautorisierten Handel mit Musikstücken getrieben zu haben.

AllofMP3.com betont, das Unternehmen unterhalte außerhalb Russlands keine Niederlassungen und beschäftige dort auch keine Mitarbeiter. Der Musikdiscounter wirft der Musikindustrie vor, sie sei unfähig, auf ihre "Krise im digitalen Zeitalter", die sich in rückläufigen CD-Verkäufen ausdrücke, zu reagieren. Um ihre "Super-Profite" zu behaupten, führe sie stattdessen einen unlauteren Wettbewerb und treibe politische Lobbyarbeit. Der junge Londoner sei ein "Opfer" des Kampfes der Major Label gegen den technischen Fortschritt.

Der Musikdienst folge den russischen Gesetzes, heißt es in einer Mitteilung von AllofMP3.com; er zahle die erforderlichen Abgaben an die Rechteinhaber und Urheber. Dies bezweifeln vor allem die US-amerikanischen Plattenfirmen. In bilateralen Gesprächen zu dem von Russland angestrebten Beitritt zur Welthandelsorganisation WTO hatten die USA ausdrücklich AllofMP3.com als Hindernis aufgeführt und Russland das Versprechen abgenommen, noch in diesem Jahr Gesetze einzuführen oder zu ändern, damit Dienste wie AllofMP3.com belangt werden können. Ob der Zeitplan eingehalten werden kann, steht momentan infrage.

Siehe zu den Auseinandersetzungen um AllofMP3 auch: