Audi-Museum zeigt Silberpfeile von Mercedes und Auto Union
Seite 3: Audi-Museum zeigt Silberpfeile von Mercedes und Auto Union
Zwickauer Originale nach 1945 verschollen
Dass Mercedes-Benz noch ĂĽber viele Original-Silberpfeile verfĂĽgt, ist dem Umstand zu verdanken, dass sich das Stuttgarter Unternehmen nach dem Zweiten Weltkrieg in der US-Besatzungszone wiederfand. Hingegen lag der Firmensitz der Auto Union in der sowjetischen Besatzungszone. Nachdem die Silberpfeile in einer Bergwerkshalle bei Zwickau entdeckt wurden, gelangten sie Audi zufolge von dort in sowjetischen Besitz, wo sich ihre Spur bis auf wenige Ausnahmen verlor.
Begriffsbestimmung
Zur Entstehung des Begriffs "Silberpfeile" kursieren verschiedene Darstellungen. In einer Pressemitteilung vom 15. August 2005, dem Tag, an dem Manfred von Brauchitsch 100 Jahre alt geworden wäre, findet sich die wohl populärste Variante: Zur Premiere des W25 am 3. Juli 1934 beim Eifelrennen auf dem Nürburgring hätten sich die weiß lackierten Renner als etwas zu schwer erwiesen, wehalb in der Nacht vor dem Start der Lack abgeschliffen worden sei. Die Idee, die Boliden im blanken Alukleid antreten zu lassen, sei von Manfred von Brauchitsch gekommen: Als er vo dem Gewichtsproblem erfahren hatte, habe er Mercedes-Benz-Rennleiter Alfred Neubauer gesagt: "Lassen Sie sich was einfallen, sonst sind wir die Lackierten."
Alles nur ein PR-Coup?
Wikipedia.de gibt diese Anekdote zum Ursprung des Namens Silberpfeile in abweichender Form wieder: Demnach kommentierte Rennleiter Neubauers das Verfehlen des Gewichts-Limits um 1 kg mit "Nun sind wir die Gelackmeierten!", was wiederum von Brauchitsch auf die Idee gebracht haben soll, die weiße Farbe abschleifen zu lassen. Die Online-Enzyklopädie ergänzt, dass von Brauchitsch die Geschichte in einem Interview wenige Jahre vor seinem Tod (2003) bestätigt habe und fügt zugleich hinzu, dass laut SWR-Autor Eberhard Reuß jedoch zeitgenössische Schwarz-Weiß-Fotos belegen sollen, dass die Wagen von Anfang an silberfarben waren. Doch gleichgültig, ob es sich um eine Anekdote, Legende mit wahrem Kern oder geschickten PR-Coup handelt – die einstigen Rivalen auf der Rennstrecke und heutigen Konkurrenten im Premium-Segment dürften froh sein, dass sich anstelle von "Silberpfeile" nicht der in den Dreißigern angeblich ebenfalls kursierende Spitzname "Silberfische" durchsetzen konnte. (ssu)