Auf Reduktion bedacht?
Auf der Serpentinenstrecke offenbart der Bolide seinen wahren Charakter. Hier greift man gern zum Sport-Setup: Rasant angegangene Kurven nimmt sich der RS dann wie sie kommen, dank Allrad-Antrieb quattro bleibt das Auto auch im Grenzbereich fast neutral in der Spur. Die Karosserie neigt sich auch bei spontanen Richtungswechseln ĂĽberraschend wenig. Die treffsichere Achtgang-Automatik sorgt dafĂĽr, dass immer der richtige Gang eingelegt ist. Die Gangwechsel sind im Dynamik-Modus deutlich spĂĽrbar, in der Komforteinstellung schaltet das Getriebe nahezu unbemerkt.
Bei Bedarf: Nicht alle da
Unbemerkt bleibt jedoch nicht, dass der Bordcomputer bei straffer Fahrweise Werte um die 20 Liter Super plus anzeigt, die da durch die Leitungen rauschen. Im NEFZ sollen es nur 9,8 Liter sein, aber dafür muss man es schon sehr friedlich angehen lassen. Bei moderater Fahrweise gibt es eine elektronische Spritsparhilfe: Bei niedrigen bis mittleren Drehzahlen werden die Zylinder 2, 3, 5, und 8 abgeschaltet. Auf diese Art ist der Verbrauch im Vergleich zum Vorgänger deutlich gesunken. Der 2008er RS 6 Avant war noch mit 14 Litern angegeben. Allerdings hatte dessen Motor auch zwei Zylinder, 20 PS und 100 Kilogramm Gewicht mehr.
Unvermeidlich: Große Räder
Äußerlich ist der kräftigste A6 nur an Details auszumachen. Kennern wird die breitere Karosserie, die größeren Lufteinlässe vorn und der markante Diffusor am Heck auffallen. Die 20-Zoll-Felgen sind nötig, um der Bremsanlage ausreichend Platz zu verschaffen. Ein kleineres Format ist nicht möglich – auch für Winterreifen nicht.
Der Innenraum ist schwarz oder teilweise grau, mehr Auswahl hat der Kunde laut aktuellem Konfigurator nicht. Die RS-Sportsitze sind bequem und geben zupackenden Halt. Nicht zu vergessen ist, dass der Avant Ladevolumen von minimal 565 Liter und maximal 1680 Liter bietet. Bei aller Hektik hat der große Kombi also seine praktischen Talente nicht vernachlässigt.