BMW X6 xDrive30d vs. Porsche Cayenne Diesel

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Obwohl kleiner als der X6, bringt der Cayenne mit zirka 2,3 Tonnen Gewicht beinahe 200 Kilogramm mehr auf die Waage. In Sachen Lenkung und Bremsen liegt er mit dem X6 auf dem gleichen hohen Niveau, aber beim Fahrwerk kann der ebenfalls mit Allradantrieb ausgerüstete Stuttgarter nicht mithalten – zu häufig poltert er über Unebenheiten hinweg. Auch bei Geschwindigkeiten jenseits der 200 km/h wirkt der X6 souveräner als der Cayenne. Nur beim Wendekreis hat der Porsche die Nase vorn: 11,7 Meter sind 1,1 Meter weniger als beim BMW.

Das Herz unseres X6 ist ein 3,0-Liter-Diesel mit 235 PS. Sein maximales Drehmoment von 520 Nm liegt bei 2000 U/min an. Unter ständigem Knurren reagiert der Motor jederzeit spontan auf Fahrerbefehle. Arbeitsfreudig schickt es die bayerische Blech-Blase auf Reisen. Maximal 210 km/h sind drin und auch bei dieser Geschwindigkeit macht das Aggregat keinen überforderten Eindruck. Und auf Tempo hundert ist der dicke Bayer in 8,0 Sekunden. Laut Hersteller wandern im Schnitt auf 100 Kilometer 8,2 Liter Kraftstoff durch die Brennräume – in unserem Test sind es 11,0 Liter.

Was in einem BMW fast selbstverständlich ist, wäre im Porsche vor einigen Jahren Frevel gewesen: ein Dieselmotor. Doch irgendwann war der öffentliche Druck zu groß geworden und man praktizierte, was zukünftig wahrscheinlich häufiger passieren wird: Der 3,0-Liter-Diesel stammt aus dem Volkswagen-Konzern, von Audi, wo er beispielsweise im Q7 zugange ist. Mit 240 PS leistet der Motor fünf PS mehr als das BMW-Triebwerk. Auch das maximale Drehmoment liegt mit 550 um 30 Nm höher als beim X6 und steht ebenfalls bei 2000 U/min zur Verfügung. Im Betrieb knurrt der Diesel nicht, er nagelt. Das X6 Aggregat ist zwar etwas lauter, dafür klingt der Audi-Diesel eben mehr nach Diesel. Und hinsichtlich der Antrittsfreudigkeit fällt hier der Porsche hinter den BMW zurück. Fast schon gemütlich macht sich der Cayenne ans Werk. In 8,3 Sekunden, also 0,3 Sekunden langsamer als der BMW, kommt der Porsche auf 100 km/h, 214 km/h Höchstgeschwindigkeit sind drin. Dabei genießt der Schwabe den ihm zur Verfügung gestellten Brennsaft in vollen Zügen: Aus den laut Hersteller durchschnittlich 9,3 Liter pro hundert Kilometer werden in unserem Test 12,0 Liter – der Porsche verbraucht also auf 100 Kilometer einen Liter mehr als der BMW.