Comeback der Flügeltüren: Mercedes SLS AMG

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Auch in Sachen Fahrwerk lässt sich AMG nicht lumpen, legt alles auf die Anforderungen eines Super-Sportwagens aus. Sowohl die Vorder- als auch die Hinterräder werden an Aluminium-Doppelquerlenkern mit Spurstange geführt. Der Radstand fällt mit 2680 Millimeter vergleichsweise lang aus, die Spur nimmt vorne 1679 und hinten 1649 Millimeter ein. Für Verzögerung sorgen innen belüftete genutete Bremsscheiben, vorne in der Dimension 390×36 und hinten 360×26 Millimeter. Optional verfügbar: eine Keramik-Verbundbremsanlage. Die in Kooperation mit Bremsen-Spezialist Brembo entwickelte Verzögerungsapparatur fällt schon durch ihre goldfarben lackierten Bremssättel auf. Die Keramik-Scheiben sind verschleißarm, halten immense Hitze aus und wiegen nur 6,0 Kilogramm pro Scheibe. Die normalen Scheiben wiegen über zehn Kilogramm pro Stück. Beim Bentley Continental GT Speed kosten Keramik-Scheiben 15.000, beim Porsche 911 Turbo 8800 Euro Aufpreis – in ähnlich horrenden Regionen werden sich auch die Kosten für die SLS-Keramikbremse einsortieren.

Auf das Herz des neuen Sportlers legt AMG ganz besonderen Wert: Der 6,3-Liter-V8-Saugmotor ist eine Weiterentwicklung des M156 getauften Aggregats. Während der M156 eine Leistung von 525 PS aufbringt und ein maximales Drehmoment von 630 Newtonmetern generiert, sind es beim neuen, M159 getauften Motor 571 PS bei 6800 U/min und 650 Newtonmeter bei 4750 U/min. Damit soll es in 12,0 Sekunden von 0 auf 200 km/h gehen, 100 km/h sind nach 3,8 Sekunden erreicht. Bei 315 km/h ist das Ende der Beschleunigung gekommen – wobei alle Angaben vorläufige Werte sind. Der Porsche 911 Turbo Coupé mit Fünfgang-Automatik ist in 3,7 Sekunden auf 100 km/h und erreicht 310 km/h Spitze – ganz klar, wohin die Reise mit dem SLS AMG gehen soll.

Über 120 Teile und Komponenten wurden neu konstruiert, damit aus dem M156 ein 206 Kilogramm leichter Aluminium-Silizium-M159 werden konnte. Ansaugluftführung, Tassenstößel-Ventiltrieb und Saugrohr sind vom Rennsport inspiriert. Das vollständige Öffnen der beiden Drosselklappen dauert 150 Millisekunden, was zu einem ausgesucht agilen Ansprechverhalten führen soll. Alle vier oben liegenden Nockenwellen sind im Bereich von 42 Grad last- und drehzahlabhängig verstellbar, was laut AMG unter anderem geringeren Abgaswerten zugute kommt. Um den Fahrzeugschwerpunkt absenken zu können, wurde dem Motor eine Trockensumpf-Schmierung verpasst. Weil dadurch die Ölwanne wegfällt, wurde es möglich, den Front-Mittelmotor besonders niedrig zu platzieren.