Ein Ausflug mit dem neuen VW Beetle Cabriolet
Schlichtes Cockpit
Für die Passagiere verspricht Volkswagen vier vollwertige Plätze. Die beiden Sitze im Fond können für kurze Wegen genutzt werden, langstreckentauglich sind sie für Erwachsene aber keinesfalls. Es geht sehr eng zu, gibt kaum Beinfreiheit und die Rückenlehnen stehen zu steil. Letztere lassen sich im Gegensatz zum Vorgänger jetzt umklappen. Die dadurch entstehende Durchreiche in die Fahrgastzelle ist allerdings nicht sonderlich groß. Der Kofferraum ist schlecht zugänglich und bietet mit 225 Liter Volumen maximal Platz fürs Wochenendgepäck. Der zweitägige Sommerausflug sollte allerdings kein Problem darstellen. Das Beetle-Cockpit ist schlicht und übersichtlich, wie man es in modernen Autos nur noch selten findet. Auf Wunsch kann sie auch in der Wagenfarbe geordert werden, also etwa in gelb, rot oder blau. Es ist allerdings zu befürchten, dass die Lackflächen im Laufe der Zeit sichtbare Gebrauchsspuren und Kratzer bekommen.
Zu viel des Guten
VW bietet den Käfer-Erben mit fünf verschiedenen Motoren ab: Benziner mit 105, 160 und 200 PS sowie Diesel mit 105 und 140 PS. Die beiden von uns gefahrenen Topmotorisierungen geben naturgemäß wenig Anlass zur Kritik, was die Fahrleistungen betrifft. Der etwas raue 2.0 TDI mit 140 PS sorgt für strammen Durchzug bereits aus dem Drehzahlkeller. Mit einem Normverbrauch von 5,1 Liter gibt sich der Selbstzünder zudem genügsam. Der deutlich sportlichere 2.0 TSI mit 200 PS gefällt durch ambitionierte Fahrleistungen und seinen Klang, der ein wenig an die einstigen Boxermotoren im Heck des Käfers erinnert. Sein Verbrauch im NEFZ liegt bei 7,6 l/100 km. Beide Motoren liefern mehr, als man in einem Cabrio eigentlich braucht, zumal der starke Benziner an die teure Sport-Ausstattung gekoppelt ist. Wer es nicht ausgesprochen eilig hat, dürfte mit den kleineren Maschinen nicht wesentlich schlechter fahren.
Erstaunlich straff fällt das Fahrwerk des Beetle aus. Das sorgt zwar für Spaß in Kurven, könnte für einen gemütlichen Cruiser aber auch etwas komfortabler federn. So sind Querfugen relativ deutlich zu spüren. Gegen Aufpreis baut VW ein noch härteres Sportfahrwerk ein.
Vergleichsweise günstig
Das Beetle Cabriolet startet als 1.2 TSI bei 21.350 Euro, der günstigste Diesel 1.6 TDI kostet 23.800 Euro. Der Aufpreis gegenüber dem geschlossenen Modell beträgt jeweils 4200 Euro. Auch wenn es sich auf den ersten Blick nicht so anhört, so ist der Beetle – sieht man von Smart und Fiat 500 ab – eines der günstigsten Cabrios auf dem deutschen Markt. Ganz lösen wollte man sich bei VW vom Image des Käfers übrigens nicht: Gegen jeweils 50 Euro Zuzahlung sitzt ein großer „Käfer-“ oder „Volkswagen“-Schriftzug auf dem Heck.