Erste Fahrt im kommenden Kia Ceed

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Der Ceed ist das erste Modell auf der bei Kia neuen, sogenannten K2-Plattform. Bekannt ist sie gleichwohl durch den Hyundai i30, der schon länger auf dieser technischen Basis aufbaut. Die Karosserie wurde steifer und leichter, was das Gewicht bei verbesserten Crash- und Komfortwerten um 25 Kilogramm reduziert. Mehr Ausstattung und verbesserte Fahrerassistenzsysteme jedoch halten das Gewicht von knapp 1,3 Tonnen auf dem gleichen Niveau wie beim Vorgänger.

Das Fahrwerk behielt seine Feder-Dämpferbeine mit unteren Querlenkern vorn und eine Mehrlenker-Achse hinten. Selbst auf mäßigen Straßen federt der Ceed-Prototyp damit gelassen alle Unebenheiten weg. Trotz Prototypenstand gelangen kaum störende Geräusche in den gut gedämmten Innenraum. Was der neuen Ceed-Generation überraschenderweise fehlt, ist eine Allradoption und eine elektronische Dämpferabstimmung. Der Fahrprogrammschalter beeinflusst allein Gaspedalannahme, Lenkung und Gangwechsel bei den Versionen mit Doppelkupplungsgetriebe.

Angenehm macht sich schon nach wenigen Kilometern hinter dem Steuer die Sitzposition bemerkbar, das Cockpit ist deutlicher zum Fahrer geneigt, der ein kleineres und dickeres Lenkrad in Händen hält. Die Lenkung fühlt sich präziser und direkter an.

Weiterhin einen guten Eindruck macht der bereits aus dem Vorgänger bekannte, aufgeladene Dreizylinder mit seinen 120 PS. Mit dem kleinen Dreizylinder kommt man flott voran, wobei mit 172 Nm bei 4000/min freilich keine Beschleunigungsexzesse drin sind. In der Innenstadt oder im Verkehr in Stadtnähe ist der 1.0 T-GDI ausreichend, auf Autobahn oder Landstraße muss man den akustisch immer präsenten Dreizylinder mit häufigen Schaltvorgängen bei Laune halten. Insbesondere bei Überholmanövern kommt man um wiederholtes Herunterschalten nicht umhin, was den avisierten Normverbrauch von 4,4 Litern nennenswert hebt.

Der bereits in der aktuellen Version bewährte Motor und die kaum veränderte Antriebspalette zeigen, dass es beim neuen Ceed wohl vor allem darum ging, mit geringem Aufwand auf die neue technische Basis und ein moderneres Erscheinungsbild umzustellen. Das scheint geglückt und muss kein Fehler sein. Bisweilen hat es sich auf dem Markt als erfolgreich erwiesen, ein bewährtes Konzept behutsam weiterzuentwickeln. (fpi)