Fahrbericht: BMW 340i Gran Turismo

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Insgesamt stehen acht Motoren zur Auswahl. Davon sind vier neu. Drei Benziner (320i, 330i und 340i) sowie ein Diesel (325d mit 224 PS statt 218). Bei den Ottomotoren reicht die Spanne von 184 PS bis 326 PS. Die Zielrichtung ist klar, auf dem PrĂĽfstand leisten diese Motoren nun noch etwas mehr und verbrauchen respektive emittieren dabei weniger. FĂĽr den Nutzer sind die Unterschiede weniger spĂĽrbar, es geht vor allem um die Katalogwerte, die fĂĽr den Flottenverbrauch relevant sind. Beim gefahrenen Motor steigt die Leistung so von 306 auf 326 PS, der Verbrauch sinkt auf 7,7 Liter.

Das Top-Aggregat, der letzte verbliebene Reihensechszylinder-Benziner, der bei dieser Baureihe zum Einsatz kommt, lässt auf jeden Meter Wehmut über die immer seltener werdende Bauform aufkommen, die BMW einst als Hersteller sportlicher Automobile definierte.

Der aktuelle Vertreter erweist sich seiner Vorfahren würdig. Er tritt mit seinen 450 Nm Drehmoment mächtig an, erreicht nach nur fünf Sekunden Landstraßen-Tempo und ist bei 250 km/h abgeregelt. Beeindruckend ist vor allem, wie sämig und leise der turbogeladene Motor mit dem internen Code B58 den 1660 Kilogramm schweren GT anschiebt. Erst hört man die Abroll-Geräusche der Reifen, später übertönt sie der Wind, während das Aggregat vornehm im Hintergrund bleibt. Der Norm-Verbrauch von 7,3 Litern pro 100 Kilometer ist – wenn überhaupt – nur mit einem sehr leichten Gasfuß zu erreichen. Die bewährte Achtgang-Automatik erledigt diese Aufgabe ausgesprochen souverän.

Dass der Gran Turismo in der Agilität nicht mit den technisch ähnlichen BMW 4er- und 3er-Modellen mithalten kann, überrascht nicht. Dieser BMW ist ein bisschen mehr zum entspannten Vorankommen gedacht. Dazu passt die gegenüber der Limousine um sechs Zentimeter höhere Sitzposition und ein ebenfalls höheres, noch erträglich gefedertes Fahrwerk. Der verlängerte Radstand wirkt dabei als zusätzlicher Schwingungsminderer. Mit adaptiven Dämpfern wird der Gran Turismo wahlweise auch richtig komfortabel.

Nicht zu einem Auto mit einem Basispreis von 51.950 Euro passt dagegen Materialanmutung des Cockpits. Man drückt nach wie vor auf billig wirkende Plastik-Knöpfe, wie zum Beispiel den Fahrmodus-Schalter oder die Favoriten-Tasten und auf der Mittelkonsole dominiert weiterhin Hartplastik. Hier hätten wir mehr Liebe fürs Detail erwartet, auch in der Einstiegsversion 318d GT für 38.300 Euro.