Fahrbericht: Mercedes GLC Mopf
Wer es eiliger hat, muss sich gedulden: Der neue Reihensechszylinder-Diesel OM656 im GLC 350d bietet 333 PS, wird aber erst Anfang 2020 in den GLC einziehen. Ihn wird so manch ein C-Klasse-Interessent vermissen, wobei es vielen mutmaßlich vordergründig nicht einmal um Leistung geht. Die feine Laufkultur, die Audi mit seinen beiden V6-Diesel oder BMW im 330d bieten, hat Mercedes in diesem Segment nicht im Angebot. Es ist unwahrscheinlich, dass sich die Verantwortlichen das noch einmal anders überlegen, denn eine solche Investition würde sich bis zum geplanten Ende der der aktuellen C-Klasse wohl nicht mehr rentieren. Anfang 2020 kommen auch die leicht nachgeschärften Modelle GLC 43 AMG und 63 AMG. Beide bekommen etwas mehr Leistung, in der Spitze vermutlich rund 530 PS.
Wie gehabt: komfortabel
Nicht warten müssen die potenziellen Kunden auf das neue Fahrwerk. Mercedes betont, viele Komponenten vom GLC Coupé herüber in den normalen GLC geholt zu haben. So gibt es nunmehr auch das elektronische Fahrwerk mit einstellbaren Dämpfern. Wer mit weniger zufrieden ist, bekommt die normale Stahlfeder; wer mehr will, kann den GLC auch mit einer Luftfederung bekommen, die sich entsprechend der Fahrprogramme zwischen komfortabel und sportlich-straff einstellen lässt. Der GLC bleibt auf der komfortablen Seite, was gut zum grundsätzlichen Charakter des Autos passt. Wer mag, kann ihm ein gewisses Talent für flotte Kurvenfahrten via passender Zusammenstellung angedeihen lassen.
Noch ist ungewiss, wie es bei den alternativen Antrieben im GLC weitergeht. Wir erwarten auch hier einen Plug-in-Hybrid, bei dem ein Diesel den Part des Verbrenners übernimmt. Aufgrund der neuen Dienstwagen-Besteuerung dürfte ein solches Modell gute Chancen haben - immerhin 72,6 Prozent der GLC-Neuwagen gingen 2018 an gewerbliche Kunden.
Der Preis wird steigen
Das aktuelle Basismodell GLC 250 mit 211 PS kostet 45.970 Euro, ein Mercedes GLC 300 schon 50.402 Euro. Mit leichter erweitertem Ausstattungsumfang dürften die Preise spürbar anziehen. Wer sich für einen GLC interessiert und den teuren Zauber des MBUX nicht braucht, dürfte in den kommenden Wochen gute Chancen auf ein Angebot haben, welches das SUV etwas weniger teuer scheinen lässt. Denn im Kern bleibt der GLC auch nach der Modellpflege, was er zuvor schon war: Ein feines und vor allem komfortables Auto. (imp)