Fahrbericht: Mitsubishi Outlander Plug-in-Hybrid

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Ein schönes Gimmick ist der zuschaltbare Sport-Modus, der dem 4x4-Antrieb etwas mehr Grip verschafft. Als umweltbewusster Hybrid-Fahrer wählt man aber wohl eher den Eco-Modus. Dann scheint man mehr Kraft aufwenden zu müssen, um das Gaspedal zu betätigen.

Weniger lustig ist es, wenn auf der Autobahn die Batteriekapazität rasch dahinschmilzt. Bis zu einer Geschwindigkeit von 135 km/h kann der Outlander elektrisch fahren, in der Praxis hält er das aber nicht allzu lange durch. Wenn es flotter vorangehen soll, wählt man also besser den parallelen Modus. Dann schaltet sich der Verbrenner bei höherer Anforderung automatisch zu. Die Spitzengeschwindigkeit des Outlander PHEV liegt bei 170 km/h. Er könnte schneller fahren, doch Mitsubishi hat hier eine Grenze gezogen.

Mit dem Benziner kann man die Batterien während der Fahrt wieder aufladen. Das dauert allerdings seine Zeit, für 20 Kilometer reine Elektrofahrt muss man schon eine halbe Stunde Aufladen rechnen. Zusätzlich lässt sich am Lenkrad über Paddles in fünf Stufen die Rekuperationsleistung einstellen. Bei der maximalen Stufe fünf kann man bei Mitfahrern ein leichtes Kopfnicken auslösen, wenn man den Fuß vom Gaspedal nimmt. Im Stadtverkehr kommt das dem Ein-Pedal-Fahren schon sehr nahe, selten muss man das Bremspedal zur Hilfe nehmen.

Das Problem: All die Technik und die Komfortsysteme an Bord haben ihr Gewicht und verbrauchen Strom. Und so können die Batterien beziehungsweise der Tank beim Outlander Plug-In-Hybrid schnell wieder leer sein. Als maximale Reichweite gibt Mitsubishi 800 Kilometer an. In der Praxis ist das kaum machbar, erst recht nicht im Winter, wenn Klimaanlage, Scheibenheizungen und andere elektrisch Verbraucher auf Hochtouren laufen.

Ich kam mit einer vollen Tankfüllung (45 Liter) und regelmäßigen rein elektrischen Intervallen auf etwa 450 Kilometer Reichweite. Knapp 300 Kilometer waren davon Autobahn-Kilometer, viel schneller als 130 bis 140 km/h bin ich kaum gefahren. Allerdings war der Kofferraum voller Gepäck und Frau und Kind saßen mit an Bord. Die Rest-Kilometer waren überwiegend Berliner Stadtverkehr. Das ist viel mehr, als alle Outlander-Hybrid-Nutzer bei Spritmonitor angeben, die zumeist den Vorgänger fahren. Dafür gibt es gleich mehrere Gründe.

Die Batterien habe ich während der Fahrt regelmäßig über den Verbrenner wieder aufgeladen, wenn sie leer waren. Ein Aufladen an der heimischen Steckdose war leider nicht möglich, da ich im dritten Stock im Altbau wohne. Dazu kommen zahlreiche Kurzstrecken bei niedrigen Temperaturen während des Tests. Wie immer bei Plug-in-Hybriden schwankt der Verbrauch je nach Szenario extrem: Kurze Strecken mit Lademöglichkeiten zwischendrin ermöglichen unter Umständen einen Betrieb weitgehend ohne Benzin. Wer nicht extern nachlädt und dies auch nicht über den Verbrenner erledigen lässt, kommt vermutlich mit rund 6,5 Litern hin.