Fahrbericht: Mitsubishi Outlander Plug-in-Hybrid
Auf der Reise im Zwickauer Land hatte ich einmal die Möglichkeit, das SUV an die Steckdose eines ländlichen Gehöfts mit Solarzellen auf dem Dach zu hängen. Nach etwa fünf Stunden Ladezeit zeigte das Display im Auto wieder rund 20 Kilometer rein elektrische Reichweite an. Mitsubishi verspricht bis zu 54 km unter den Bedingungen des WLTP. Im Test lagen die erreichten Strecken deutlich darunter. Die Lithium-Ionen-Batterie hat 80 Zellen, 300 Volt Betriebsspannung und eine Kapazität von 13,8 kWh.
Stadt bevorzugt
Die beste Figur macht der Mitsubishi Outlander PHEV in der Stadt, zumindest beim Antrieb: Hier erlauben die zwei Elektromotoren etliche Kilometer rein elektrische und lokal emissionsfreie Fahrt. Ideal für Pendler, aber nur für solche, die einen Stellplatz mit Stromanschluss haben, um das SUV über Nacht wieder aufzutanken. Das dauert an einer 230-Volt-Steckdose etwas mehr als fünf Stunden. An einer Schnellladestation gibt es in einer guten halben Stunde wieder eine Ladung auf 80 Prozent.
Damit sich der Mitsubishi Outlander Plug-In-Hybrid als elektrisches Alltagsfahrzeug eignet, muss sich die Infrastruktur mit E-Schnellladesäulen deutlich verbessern. Derzeit fahren viele Plug-in-Hybrid-Fahrer vermutlich lieber an die Zapfsäule, während im Kofferraum das Ladekabel verstaubt. Diese Leute könnten alternativ auch zum Outlander mit klassischem Diesel greifen. Der ist nicht nur deutlich günstiger als das PHEV (ab 24.990 Euro), er lässt sich zudem als Siebensitzer zum Großfamilien-SUV aufrüsten.
Navi nicht vermisst
Die Verarbeitung im Innenraum wirkt sorgfältig, die gesteppte Lederpolsterung ist Geschmackssache. Auch am Infotainment gibt es nicht viel zu meckern, der sieben Zoll große Bildschirm ist ausreichend. Bei Vernetzung und Navigation sind Fahrer aber auf Ihr Smartphone und Google Maps angewiesen. Ein integriertes Navi ist nur in der „Top“-Version und gegen 600 Euro Aufpreis erhältlich. Ich habe es nicht vermisst.
Der Plug-In-Hybrid mit seinen drei Motoren indes zeigt immerhin schon, was technisch möglich ist – und was noch nicht. Irgendwie kam mir das Möchtegern-Öko-SUV wie die Quadratur des Kreises vor: Wir sollen möglichst emissionsfrei fahren bzw. wenig verbrauchen. Aber auf Komfort möchten wir auch nicht verzichten. Das Schiff wiegt zwei Tonnen und ist vollgestopft mit elektrischen Helferlein, die alle an der Batterie „saugen“. War das Geheimnis von sparsamen Autos nicht immer, dass das Fahrzeuggewicht möglichst gering und die Ausstattung karg sein sollte? Immerhin: Bei der Herstellung der Batterien für den Mitsubishi Outlander Plug-In-Hybrid in Japan werden laut Mitsubishi circa 80 Prozent erneuerbare Energien eingesetzt. Das ist doch schon mal ein Anfang.
Die Kosten für die Überführung hat Mitsubishi übernommen, jene für Kraftstoff der Autor.