Fahrbericht Porsche 718 Cayman S

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Fahren dagegen, das tut er ganz wunderbar. Sicher, die richtigen Hakerl wollen in der Aufpreisliste schon gesetzt sein, damit’s was wird mit dem großen Drama: Sport Chrono Paket etwa, damit man – wie beim 918 – am Lenkrad zwischen den Fahrmodi wählen kann, eine Quersperre für die Hinterachse und eine dynamische Aufhängung für’s Getriebe dabei hat.

Besonders fein ist, was sich die schwäbischen Nerds haben einfallen lassen, um den Motor ein Stück weit seiner prinzipbedingt immer ein wenig spürbaren, turbolöchernen Charakteristik zu berauben. Nicht, dass sie hier im Zweifünfer besonders ausgeprägt sei, aber sie ist halt da. Beim großen, mit „S“ weniger als beim kleinen, dank des Laders mit variabler Turbinengeometrie – doch präsent ist diese typische Turbocharakteristik eben doch. Was wäre denn nur, wenn man Ladedruck nicht mehr verschenken müsste, wenn er erst einmal da ist? Genau die Frage haben sie sich gestellt, die Verrückten. Und weil ein Anti-Lag-System aus dem Rennsport mit seinem dauerbefeuerten Abgassystem so seine Schwierigkeiten mit der Straßenzulassung haben dürfte, haben sie sich gedacht, „Lassen wir die Drosselklappe eben offen!“ und kappen statt der Luft- eben nur die Spritzufuhr, wenn man unter Volllast vom Gas geht. Statt also die ganze Verdichtungsarbeit von vorn zu beginnen, ist dann immer noch ein wenig Druck da, wenn der Pilot wieder voll auf’s Pedal steigt.

Wenn man damit so durch die Kurven rauscht, anbremst, einlenkt und danach wieder auf dem Gas steht, fühlt sich das ganze schon ein wenig beeindruckend an. Denn man es nicht gewöhnt, beim Turbomotor so schnell wieder vollen Schub genießen zu dürfen. Meistens sieht man sich gezwungen, früher als üblich – nämlich vor dem Scheitelpunkt – wieder auf den Pinsel zu treten, damit nach dem Scheitelpunkt der benötigte Vortrieb im erwarteten Umfang einsetzt. Der 718 Cayman S dagegen tritt sofort an – zumindest, solange nicht zu viel Zeit zwischen „Gas weg” und „Vollgas” verstrichen ist. Dann schiebt er gewaltig nach vorn, legt einen großzügigen Drehmomentteppich aus und klettert trotzdem steil die Drehzahlleiter nach oben, macht klar, dass er hier angetreten ist, um das Beste aus beiden Welten zu vereinen: Turbo und Sauger wie ein Herz und eine Seele.