Preis-Leistungs-Luxus

Inhaltsverzeichnis

Bleibt die Frage, wieso Mercedes für die Krönung seines besten Stücks das verblichene Maybach-Signet ein weiteres Mal aus der Schublade holt? Gerade auf den Hauptmärkten in Asien, den USA oder den Arabischen Emiraten kennt den Namen und die Maybach-Historie niemand. Und braucht eine S-Klasse, die einem ganzen Segment ihren Namen gegeben hat, einen solchen Nomenklatur-Steigbügel? Zumal die S-Klasse in diesem Jahr noch eine zweite Krönung erfährt, wenn eine noch längere und noch luxuriösere Langversion mit dem Namen Mercedes-Maybach S600 Pullman auf den Markt kommt. Ein Buchstabensalat, der nicht mehr auf den Heckdeckel passt, ohne die Regeln des guten Geschmacks zu verletzen.

Nicht nur das gigantische Platzangebot, der spektakuläre Reisekomfort oder die versilberten Champagnerkelche für 3808 Euro Aufpreis erheben das Luxusmodell in eine Liga der Schönsten und Reichen, die längst nicht mehr selbst ins Steuer greifen müssen. Sie werden sich am nahezu grenzenlosen Luxus des Maybach laben und wundern, wieso sich die beiden Bildschirme im Fond nicht herausnehmen und als Tablet bedienen lassen. Mit der Tastenfernsteuerung oder einer App für iPhone oder iPad will niemand die zahllosen Funktionen der Zehnzöller bedienen, die vom Webzugang über Hot-Stone-Massage bis zur Bedienung der Gegensprechanlage mit den Fahrer fast alles in diesem Wagen steuern können.

Gemessen am Wettbewerb ist der Beste unter Seinesgleichen günstig. Kostet die Normalversion des Mercedes S 600 mindestens 165.112 Euro, so gibt es die Lümmellandschaft, mehr Ausstattungsdetails und 20 Zentimeter mehr Beinfreiheit ab 187.841 Euro. Dafür sind weder Rolls-Royce Ghost / Phantom noch Bentley Flying Spur / Mulsanne zu erstehen, die beide weniger modernen Reisekomfort bieten können. So gesehen ist der Maybach-Mercedes richtig preiswert. (imp)