Ford Capri RS 2600

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Der Motor basiert auf dem 2,6-Liter-V6 Vergasermotor mit 125 PS. Dank einer mechanischen Einspritzpumpe von Kugelfischer und einiger Anpassungen wurde die Leistung auf 150 PS erhöht. Die Verdichtung hoben die Ingenieure von 9:1 auf 10:1, außerdem bauten sie ein Auspuffsystem mit Fächerkrümmer und Zweirohranlage ein. Den Hub erhöhten sie um 2,2 Millimeter, was den Brennraum von 2551 auf 2637 cm3 steigerte.

Letzteres war nötig, um das Fahrzeug in der Gruppe 2 der Tourenwagen über 2600 Kubikzentimeter melden zu können. Und bei der Präsentation stand Ford schon gehörig unter Druck, um die nötige Homologationsmenge noch zu erreichen. Fieberhaft wurde an den nötigen Stückzahlen der Leichtgewichts-Version gearbeitet, so dass erst ein Jahr nach der offiziellen Präsentation die ersten Straßenvarianten verkauft werden konnten. Trotzdem konnten nicht alle Leichtgewichtsversionen mit dem auf 150 PS erstarkten Einspritzmotor versorgt werden. Wie viele allerdings den Vergasermotor bekamen, geriet mit der Zeit und der Hektik in Vergessenheit.

Egal. Die Rennstrecken dieser Welt sollten sein Revier werden. Der Ford Capri war der Geburtshelfer großer Karrieren. Während die Saugmotoren als 2,3 GT und 2,4 GT in der Tourenwagen-EM keine Wurst vom Teller zogen, überrollte der RS 2,6 bei der Bergrennen-EM überraschend die Konkurrenz. Jochen Mass holte bereits 1970 den Silberrang, 1971 dann die Meisterschaft. In einer Zeit, in der „Win on sunday, sell on monday“ noch etwas galt, war das der Grundstein für den Erfolg. 1971 kamen noch der Titel des deutschen Rundstrecken-Meisters und 1972 der Tourenwagen-Europameister-Titel dazu. Außerdem: die ersten drei Plätze beim 24-Stunden-Rennen in Spa und die ersten zwei Plätze des Tourenwagen-Klassements bei den 24-Stunden von Le Mans.

Auch Hans Stuck, damals 21 Jahre alt, verdiente sich im Ford Capri in diesem Jahr seine ersten Rennerfolge. In einer Dreiliter-Variante mit 300 PS gewann er die Deutsche Rennsport-Meisterschaft (DRM) – neun Siege bei zehn Läufen glichen einer Demütigung der Konkurrenz.

1971 hatte Ford außerdem den weitestgehend unbekannten Walter Röhrl verpflichtet. Der freute sich, musste er doch zum ersten Mal nicht draufzahlen, um seinen Sport auszuüben. Sein Premierenjahr brachte ihm einen dritten Platz in der Rallyemeisterschaft. Es folgten einige kleinere und größere Titel, bis es 1972 zum großen Durchbruch kam. Trotz Ausfall. Es ist eine der Lieblingsgeschichten von Walter Röhrl: Die Olympia-Rallye 1972, die als Einstimmung für die anstehende Olympiade von Kiel nach München führte.

Röhrl trat hier gegen das Who-is-who des Rallyesports an und war, trotz lokaler Erfolge und einem bewiesenermaßen großartigen Auto, kaum mehr als ein Also-Running. Bei der Etappe in Mölln brannte Röhrl dann die Bestzeit ins Geläuf: 2:28 Minuten. Hannu Mikkola – geschlagen. Achim Warmbold – besiegt. Jean-Pierre Nicolas – gerichtet. Doch Röhrl war ein solcher Außenseiter, dass die Rennleitung ihn aus der Wertung nahm. Entweder war die Zeitmessung defekt, oder Röhrl hatte betrogen. Aber stimmen konnte das Ergebnis auf keinen Fall.