Garia Monaco: elektrisches Golf Car mit Straßenzulassung
Erwachsenes Fahrwerk
Zwar hat Garia vor der Messepremiere noch keine weiteren Details zum Monaco bekannt gegeben, doch kann man annehmen, dass der Flitzer einige Gemeinsamkeiten mit seinem speziell auf die US-Zulassungsbestimmungen zugeschnittenen LSV aufweisen wird. Jener basiert bei gleichen Abmessungen auf einem Rahmen aus Aluminumprofilen, die mit Kunststoff verkleidet sind. Laut Datenblatt sind die Vorderräder an doppelten Querlenkern aufgehängt, eine starre Hinterachse mit Panhard-Stab und Schraubenfedern ist auch bei einfacheren oder älteren Pkw-Modellen nichts Ehrenrühriges. Geradezu wohnzimmertauglich erscheint der Wendekreis von 2,60 Metern. Für die Verzögerung sorgen hydraulische Bremsen an allen vier Rädern. Der Monaco ist anders als das LSV mit Kotflügeln ausgestattet.
19.000 Euro für 15 PS
Vorangetrieben wird das LSV mit einem Leergewicht von 550 kg und einer für einen Zweisitzer sehr anständigen Zuladung von 350 kg durch einen in der Spitze 11,2 kW (15 PS) starken und auf eine Dauerleistung von 4 kW (5,5 PS) ausgelegten E-Motor, der aus einer 170-Ah-Batterie gespeist wird. Die Reichweite des bis zu 40 km/h schnellen Wägelchens gibt der Hersteller mit maximal 64 km an. Ob das Fahrzeug rekuperiert, also beim Verzögern die Batterie nachlädt, war bis dato nicht in Erfahrung zu bringen. Für die Straßenversion, die unter anderem mit Anschnallgurten, Frontscheinwerfern und Heckleuchten ausgerüstet ist, werden 16.000 Euro plus Mehrwertsteuer fällig; bei einem MWSt.-Satz von 19 Prozent wie in Deutschland kostet das Frischluft-Vergnügen gut 19.000 Euro. Eine nicht für den öffentlichen Verkehr zugelassene Version gibt es ab 14.000 Euro plus Steuer.
Made in Finland
Hergestellt werden die Garia-Fahrzeuge übrigens bei Valmet im finnischen Uusikaupunki, wo seit über 40 Jahren Autos gebaut werden – bis zur GM-Krise vornehmlich Modelle von Saab und Opel. Derzeit laufen von den Bändern des Auftragsfertigers noch die "kleinen" Porsche-Modelle Boxster und Cayman, doch mit dem 2012 anstehenden Modellwechsel verlieren die Finnen diesen wichtigen Auftraggeber. Als neues Standbein hat Valmet die Fertigung von Elektrofahrzeugen entdeckt: Außer den Golf Cars wird dort das norwegische E-Mobil Think City gebaut, und auch andere Elektro- oder Hybridautos wie der Fisker Karma sollen dort einmal vom Band laufen. (ssu)