Geländefahrt im VW Rockton Expedition

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Im Zulassungsschein des Rockton steht als zusätzliche Eintragung mehrfach "Seikel". Dabei handelt es sich um eine Firma aus dem hessischen Altenmittlau, die sich auf Offroadumrüstungen für VW-Fahrzeuge spezialisiert hat. So kommen das Fahrwerk und der dicke Unterfahrschutz von Seikel. Die Bodenfreiheit unseres Rockton reicht mit gut 29 Zentimeter für mehr als bloße Feldwege. Und selbst Geländewerte gibt VW für den Rockton an: Der Böschungswinkel vorn liegt bei 27,5, der hinten bei 26,7 Grad. Bei Bedarf lässt sich das serienmäßige Hinterachs-Differenzial sperren. Was die Papierform verspricht, wird in der Praxis erfüllt: Bemerkenswert sanft bewegt sich der Rockton über mittelschwere Offroadstrecken. Dabei regelt sein Allradantrieb schnell und gut: Schwebt ein Rad des Wagens in der Luft, merkt dies der Fahrer kaum – die Momente werden dann zu den drei anderen Rädern geleitet.

Auch unangenehme Steigungen bewältigt unser Rockton klaglos. Selbst den steilen μ-Split-Anstieg mit deutlich verschiedenen Reibwerten für die Räder links beziehungsseise rechts meistert der 2,5-Tonnen-Wagen. Auch das Anfahren klappt an dieser Steigung problemlos, die Berganfahrhilfe gibt dabei Sicherheit. Ebenfalls Sicherheit verschafft die Fünf-Millimeter-Aluplatte unter uns, die das Getriebe und andere empfindliche Teile vor im trüben Wasser versteckten Felsbrocken oder losem Geröll schützt. Der Rockton kommt auch dank seiner leichten Geländebereifung selbst auf mittelschwerem Gelände gut zurecht. Aber wie sieht seine Performance auf dem Asphalt aus?

Natürlich neigt sich der hohe, weich gefederte Wagen in der Kurve ordentlich zur Seite – Pkw-mäßige Kurvenperformance darf hier niemand erwarten. Gut asphaltierte Straßen mag der Wagen genauso wie jedes andere Fahrzeug – und vom Winter gebeutelte Strecken machen für ihn keinen Unterschied. Auch kann er mit ein bisschen Anlauf durchaus auf der Autobahn mithalten: Bei knapp 170 km/h macht der Rockton immer noch einen souveränen Eindruck. Die Bremsen bringen die große Fuhre schnell wieder zum Stillstand. Nur die Lenkung ist sehr weich und leichtgängig. Im Gelände ist dies allerdings ein nicht zu verachtender Vorteil – dass das Steuerrad dem Fahrer aus der Hand schlägt, ist beinahe ausgeschlossen.