Leichtbau im Automobil – ein Überblick
Außerdem hat BMW für den i3 das LiveDrive-Konzept entwickelt. Dabei umfasst das "Drive"-Modul das Chassis aus Aluminium inklusive Batterie und Antrieb. Es liefert auch die Basis für die Crashfestigkeit. Das "Life"-Modul dagegen besteht aus der Fahrgastzelle, sie ist größtenteils aus CFK gefertigt. Bereits in Serie verwendet wird CFK zum Beispiel beim Dach des M3. Um den Werkstoff weiter zu entwickeln, hat sich BMW beim CFK-Spezialisten SGL Carbon eingekauft – pikanterweise übernahm VW kürzlich ebenfalls Anteile an dem Unternehmen.
Alu-Alternativen
Aber auch Aluminium ist bei BMW noch nicht aus dem Rennen. Der Werkstoff ist zwar über den Daumen gepeilt etwa doppelt so teuer wie Stahl, aber die Kosten von CFK sind eben noch deutlich höher. So ist man in München zum Beispiel stolz auf das Dach des aktuellen 7er, das aus Alu besteht. Es wiegt sechs Kilo, gegenüber einem Stahldach wurden fünf Kilo eingespart. Ähnlich bei den Türen des 5er: Die Alu-Teile wiegen pro Stück 10,8 Kilo, wodurch man pro Auto 23 Kilo einspart. Oder die Heckklappe des 5er GT: Sie besteht aus Alu-Druckguss und spart 13 Kilo Gewicht. Das ist nicht nur ein Effizienz-, sondern auch ein Komfortgewinn, da sich eine leichtere Heckklappe auch einfacher öffnen und schließen lässt. Und ein Federbeindom aus Alu spart fünf Kilo.
Leichte Hohlkörper
Bei bestimmten Felgen der BMW-Marke Rolls-Royce wird Gewicht gespart, indem man dicke aber hohle Speichen mit Vermiculit füllt, einem leichten Silikat aus der entfernten Verwandtschaft des Glimmers. Auch an CFK-Felgen arbeitet BMW, kann aber noch keine Prototypen vorweisen. Hier werden an die Bruchfestigkeit viel höhere Anforderungen gestellt als bei einem Sitz oder einer Motorhaube. Aber da es dergleichen bei Fahrrädern schon gibt, kann es wohl nicht mehr lange dauern. Auch eine Kombination von Materialien erscheint möglich: Die Studie des neuen A3, die Audi im März auf dem Genfer Salon präsentiert hat, hat Felgen, die aus CFK und Aluminium bestehen.