Leichtbau im Automobil – ein Überblick
Selbst bei der Geräuschdämmung ist Gewichtseinsparung ein Thema, denn durch geschickte Wahl von Material, Struktur und Form – aber auch des richtigen Ortes im Fahrzeug – lässt sich bei der Schalldämpfung durchaus nennenswert Gewicht sparen. Bei BMW zum Beispiel bekommt sogar der Diesel-Partikelfilter bekommt ein Wabenmäntelchen aus Metall. Diese Schalldämmung bringt Mehrgewicht, spart aber anderswo: Die klassischen Dämmwände zwischen Motorraum und Passagierkabine können durch die bessere Dämmung an der Quelle dünner und leichter ausfallen. Sogar an tragenden Teilen wie etwa dem Getriebeträger sowie am Fahrwerk und der Lenkung gibt es noch zahlreiche Leichtbaumöglichkeiten. Viele kleine Maßnahmen bringen hier den Erfolg.
Leichtbau bei Daimler
Auch Mercedes setzt auf CFK – schon die Modelle SLR und SLR Roadster hatten eine Karosserie aus diesem Material. Die Karosserie des aktuellen SLS AMG besteht hingegen aus Aluminium. Beim CLS sind Türen, Motorhaube, Kofferraumdeckel sowie die Kotflügel aus Alu gefertigt. Allein bei den Türen, die zudem rahmenlos ausgeführt sind, werden damit 24 Kilo eingespart. Darüber hinaus wird aber auch die CFK-Technik weiterentwickelt. Mit dem weltgrößten Kohlefaser-Produzenten, dem japanischen Chemie-Unternehmen Toray, hat Daimler dazu unlängst eine Kooperation begründet.
100 Kilo weniger sparen 0,6 Liter
Leichtbaumaterialien wie Aluminium, Magnesium oder CFK dürften in Zukunft im Automobilbau eine immer wichtigere Rolle spielen, vor allem bei Elektroautos, wo sich die teuren Materialien rechnen, sofern dadurch die (teure) Batterie deutlich kleiner ausgelegt werden kann. Auch bei konventionell angetriebenen Autos spielt Leichtbau eine Rolle, die derzeitigen Bemühungen machen sich natürlich auch bei ihnen bezahlt. So spart ein Auto, das 100 Kilo leichter ist, im Stadtverkehr immerhin 0,3 bis 0,6 Liter pro 100 Kilometer. (imp)