Mercedes CLC 220 CDI: Das Sportcoupé im Test

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1100 Liter – so viel kann man bei umgelegter Rückbank in den CLC stopfen. Ein ganz beachtlicher Wert, der Reise- und Shoppingtauglichkeit suggeriert. Gibt es auch genug Platz für die Passagiere? Jein. Vorne haben lange Beine Platz zum Ausstrecken, wobei die Beinauflagefläche der Sitze aber länger ausfallen könnte. Das Gestühl gibt einen spürbar guten Seitenhalt und wirkt fest genug für lange Strecken. Für die Köpfe der Insassen wird es aber ziemlich eng, wenn das Panorama-Glasdach (1713 Euro) verbaut ist. Bei Tag wirkt die Kabine auf Grund der großen Dachscheibe hell und geräumig, aber wertvolle Zentimeter gehen von der Innenraumhöhe verloren. Gerade vorne an den Außenseiten kommt den Insassen die Dach-Innenverkleidung sehr nahe. Und hinten wird es dann richtig knapp für den Kopf. Um zu den Plätzen im Fond zu gelangen, muss sich der Passagier schon ein wenig verbiegen und sitzt er erst mal da, merkt er schnell, dass 1,80 Meter Körpergröße für diesen Bereich des Wagens zu viel ist. Dies degradiert das hintere Abteil zu Kinder- oder Notsitzen.

Unser CLC 220 CDI ist mit dem 2196 Euro teuren Sportpaket ausgestattet, welches zum Beispiel 18-Zoll-Felgen, Breitreifen und eine Tieferlegung vorn um 15 und hinten um 5 Millimeter mit sich bringt. Dies alles klingt nach Härte und Un-Komfort. Weit gefehlt: Das Fahrwerk des Coupés ist zwar in jeder Situation straff, was eine sichere Kurvenlage zur Folge hat, aber zu keinem Zeitpunkt nervt der Untergrund. Nur massive Schlaglöcher im Stile kleiner Steinbrüche lassen manchmal die Räder rumpeln. Die Scheibenbremsen mit einem Durchmesser von 288 Millimetern vorn und 278 Millimetern hinten sorgen jederzeit für ausreichende Verzögerung, auch wenn sie nach dynamischer Kurvenfahrt durch die Berge ein wenig qualmen. Beim CLC 350 mit seinen 330-Millimeter-Scheiben vorn und 290-Millimeter-Scheiben ist Bremsen-Rauch hingegen kein Thema.

Nach SLK und SL kann nun auch der CLC mit einer Direktlenkung ausgerüstet werden, beim Sportpaket ist sie mit dabei. Und in SLK und SL gefiel uns das System richtig gut. Die variable, lenkwinkelabhängige Übersetzung erzeugt ein ausgesprochen dynamisches Fahrgefühl. Allerdings wurde die Lenkung für den CLC 220 CDI anscheinend etwas anders abgestimmt als im 350er Modell. Beim Diesel wirkt sie sehr weich und bietet in der Mittellage noch einiges an Spiel, beim kräftigen Sechszylinder-Benziner reagiert sie deutlich feiner und, wie es der Name verlangt, direkter.