Mercedes CLC 220 CDI: Das Sportcoupé im Test
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Das gute alte Diesel-Herz
Der in unserem CLC verbaute Selbstzünder ist ein alter Bekannter aus dem Mercedes-Regal: Der 220 CDI mit 150 PS und einem Drehmoment von 340 Newtonmetern bei 2000 U/min trieb auch schon das Sportcoupé an. 5,9 Liter Diesel auf 100 Kilometer lautet die Werksangabe, wer die 100 km/h in 9,7 Sekunden erreichen will, muss natürlich mit deutlich mehr rechnen. Das Triebwerk macht sich überraschend ruhig an die Arbeit, im unteren Tourenbereich mit geradezu weichem Sound. Geht es dann aber auf dem Drehzahlmesser über die 4000er-Marke, vibriert es im Gebälk. An die Ohren der Insassen wandert ein ziemlich brummiges Knurren. Die 150 PS haben den Wagen gut im Griff, sie reichen sogar aus, um Traktionsprobleme aufzudecken. Selbst auf trockener Strecke neigen die Räder des Hecktrieblers beim sportlichen Anfahren zum Gripverlust.
Die rauen Sechs
Ebenfalls von uns getestet: Die Topmotorisierung des CLC mit 3,5-Liter Sechszylinder-Benziner. Das Aggregat ist für 272 PS gut und stellt im breiten Drehzahlband von 2400 bis 5000 U/min ein maximales Drehmoment von 350 Newtonmetern zur Verfügung. 9,5 Liter Sprit sollen für 100 Kilometer reichen - in unserem Test zeigten sich die sechs Zylinder etwas gefräßiger: Unter 11,5 Liter war die Bordcomputer-Anzeige nicht zu bekommen. In Aktion schnurrt das Triebwerk sanft vor sich hin, um dann ab zirka 5000 U/min mit einer raueren Gangart aufzutreten. Dieser minmal angedeutete Sportsound lässt aber herzlich wenig Dynamik erahnen. Trotzdem – fahren kann man mit dank 272 PS ausgesprochen agil, auch wenn hier die schon oben erwähnten Traktionsprobleme noch deutlicher zutage treten.
Manuell voran
Serienmäßig lassen sich die Kräfte beim 220 CDI über eine manuelle Sechsgang-Schaltung einteilen. Der Wahlhebel im Alu-Look fasst sich gut an, die Stufen wandern akkurat und leichtfüßig in ihre Position. Und man kann den Diesel sogar in Maßen schaltfaul bewegen. Untertouriges Fahren den Hang hinauf ist zwar nicht angesagt, aber die Motor-Getriebe-Kombination zwingt nicht zu übermäßig häufiger Armarbeit. Beim 350er kümmert sich gegen 2261 Euro Aufpreis die 7G-Tronic genannte Siebengang-Automatik um die Kraftaufteilung. Zwar darf man über zwei Aluminium-Paddles am Lenkrad auch selbst in den Energiefluss eingreifen, aber es ist eigentlich nicht nötig. Das Räderwerk jagt nicht nach dem richtigen Gang und dreht nicht unnötig hoch – im CLC 350 macht die 7G-Tronic alles richtig.