Mit neuem Benziner: Fahrbericht Alfa Romeo Spider 1.8 TBi 16V

Seite 2: Mit neuem Benziner: Fahrbericht Alfa Romeo Spider 1.8 TBi 16V

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Strahlender Sonnenschein herrscht, als mir auf dem Pressetermin in Dresden einen Spider 1.8 TBi schnappe und das serienmäßige elektrische Verdeck öffne. Von außen machen vier Auspuffendrohre und die optionalen dunkelgrauen Alufelgen einiges her. Auffallend ist die Breite des Spider, die 1,83 Meter beträgt. Formal ist der Roadster bullig geraten, die Feingliedrigkeit der Urversionen fehlt ihm. Gibt es als Ausgleich wenigstens viel Platz im Innenraum? Nur bedingt: Bein- und Ellbogenfreiheit überzeugen, doch über 1,85 Meter große Fahrer rücken unangenehm nah an den Rahmen der flachen Frontscheibe. Hinzu kommt, dass sich aufgrund mangelnder Einstellmöglichkeiten der Innenspiegel massiv ins Sichtfeld schiebt. Mehr Freude bereitet da schon das appetitlich drapierte Armaturenbrett, dass wie früher bei BMW fahrerorientiert ist. Leder und Aluminium sorgen für den nötigen Pep, die drei kleinen Uhren für Tank, Kühlwasser und Ladedruck bringen Rennatmosphäre ins Cabrio.

Alfa erwartet, dass sich rund 60 Prozent der Spider-Käufer für den neuen Benziner entscheiden werden, der den bisherigen 2.2 JTS mit 185 PS ablöst. Ich drücke mit diesem Gedanken im Hinterkopf den Startknopf und los geht's. Nichts Geringeres als die "Rückkehr des Fahrspaßes" versprechen die Italiener. Zunächst fällt auf, dass nichts auffällt beziehungsweise kein Alfa-typischer Klang an das Ohr des Fahrers dringt. Auch während des Fahrens hält sich der Motor akustisch zurück. Die einzige Auffälligkeit ist ein leichtes Brummen beim Gasgeben. Allerdings scheint inzwischen die Kunde zum Hersteller gdrungen zu sein, dass es die Alfisti nach schönen Geräuschen gelüstet, inzwischen hat Alfa Abhilfe versprochen.

Ansonsten leistet sich der 1.8 TBi keine nennenswerten Patzer. Ohne fühlbare Anfahrschwäche nimmt der Spider Fahrt auf und zieht kräftig vom Fleck weg. Man merkt schnell, dass die 320 Newtonmeter bei 1400 Touren kein Papiertiger sind. Positiv ist der gleichmäßige Druckaufbau, hier kommt die frühe Drehmomentspitze zum Tragen. Auch auf der Autobahn macht der elastische Motor seine Sache sehr gut. Laut Alfa beträgt die Beschleunigung von 70 auf 120 km/h im sechsten Gang 11 Sekunden, womit der neue Motor noch unter den 11,8 Sekunden eines Lamborghini Gallardo mit 519 PS liegen würde. Apropos Gänge: Sie lassen sich dank kurzer Schaltwege und eines kurzen Knüppels buchstäblich aus dem Handgelenk schütteln. Schaltfaule müssen sich indes noch etwas gedulden: Ein Doppelkupplungsgetriebe ist noch in der Entwicklung. Ein Kritikpunkt gibt es dann doch, der aber dem Spider an sich zuzuschreiben ist: Die sehr straffe Federung schmälert den Abrollkomfort beträchtlich.