Neuvorstellung: Norton Atlas Nomad / Atlas Ranger

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Die Atlas wirkt sehr puristisch, fast alles Überflüssige wurde weggelassen. Auffallend viele Löcher finden Verwendung – im Hitzeschutz über dem Auspuff, in der Zierblende mit Gittereinsatz unter dem Sattel, in der Halterung des Scheinwerfers und an der Ranger ist sogar der Motorschutz mit runden Löchern versehen. Der Kniff soll die Motorräder leichter erscheinen lassen und tatsächlich wiegen beide Modelle laut Herstellerangaben trocken nur 178 Kilogramm. Mit vollem 15-Liter-Tank würde die Atlas also etwa 190 Kilogramm auf die Waage bringen.

Angetrieben werden beide von einem 650-cm3-Reihenzweizylindermotor. Der Vermutung, es sei einfach nur ein halbierter V4-Motor aus dem Superbike Norton V4 RR, widerspricht Entwicklungschef Simon Skinner. Zwar habe ein Technologie-Transfer stattgefunden, aber lediglich der Zylinderkopf mit zwei obenliegenden Nockenwellen stamme von dem Sportbike. So weist der Hubzapfenversatz der Kurbelwelle 270 Grad auf, statt nur 70 Grad wie im 1200-cm3-Motor der V4 RR, die Bohrung beträgt bei beiden 82 mm, aber die Atlas hat mit 61,5 mm um 4,2 mm mehr Hub. Der 650er-Motor leistet 85 PS bei 11.000/min. Das maximale Drehmoment beziffert Norton auf 64 Nm, was in etwa dem Klassendurchschnitt der 650er-Konkurrenz aus Japan entspricht.

Der schwarz lackierte Rohrrahmen aus Stahl weist zwei parallel liegende Oberzüge auf, die sich auf halber Höhe trennen. Während der obere bis zum Lenkkopf durchgeht, umschlingt der untere den Zylinder, um vor diesem wieder nach oben zu verlaufen. Mechaniker dürften darüber nicht begeistert sein, denn das verbessert die Zugänglichkeit des Motors nicht gerade.

Ein Unterscheidungsmerkmal zwischen Nomad und Ranger bildet die Upside-down-Gabel, die den historischen Namen „Norton Roadholder“ trägt. Wieviel von ihr wirklich bei Norton entwickelt wurde und wieviel von Spezialisten bleibt Firmengeheimnis. Die Gabel ist bei beiden Bikes voll einstellbar und hat 50 mm im Durchmesser, die Ranger bietet stolze 200 mm Federweg, während die mehr Straßen orientierte Nomad es bei 150 mm belässt. Die Schwinge besteht aus Aluminium und konnte durch den kompakten Motor relativ lang gehalten werden für mehr Stabilität.

Norton setzt konsequent auf Drahtspeichenfelgen, das wirkt stilechter. Während die Nomad vorne auf einer 18 Zoll großen Felge mit einem Reifen der Dimension 110/80R18 und hinten auf einem 17-Zöller mit einem 180/55R17-Pneu rollt, berücksichtig die Ranger den Geländeeinsatz und hat vorne eine 19-Zoll-Felge mit einem 120/70R19-Reifen verbaut, während auf der 17-Zoll-Felge hinten ein Reifen der Größe 170/60R17 gezogen wurde.

Desweiteren unterscheidet sich die Ranger von der Nomad noch durch einen kleineren und hochgesetzten Kotflügel über dem Vorderrad, einem Enduro-Lenker mit Mittelstrebe, einem kleinen Schild über dem Scheinwerfer, einem Motorschutz aus Metall und einem Gitter vor dem Scheinwerfer, das aber wohl die deutschen Zulassungsvorschriften nicht überleben dürfte. Durch die längeren Federwege wuchs die Sitzhöhe von 824 mm auf 867 mm und der Radstand verlängerte sich von 1446 mm auf 1470 mm.