Nissan Pathfinder 2.5 dCi LE: Gelände-Gänger im Fahrbericht
Bevorzugtes Revier: Gelände
Querfugen aller Art gelangen im Pathfinder relativ ungedämpft bis zu den Passagieren. Wenigstens sind die Sitze bequem. Kurze Asphalt-Wellen werden exakt kopiert, schlechte Straßen bleiben in diesem Nissan bei keinem Tempo unbemerkt. Die Lenkung ist für Stadt und Gelände gut, überrascht aber bei hohen Geschwindigkeiten mit einem großen Spiel. In Kombination mit der starken Neigung des Aufbaus in Kurven wird das in einer schnellen Autobahnkurve was für Fahrer mit Nerven. Hier wird einer der größten Unterschiede zu SUVs wie einem Audi Q7 deutlich: Mit dem Nissan sind flotte Autobahnetappen längst nicht so entspannt zu absolvieren, zumal trotz 190 PS schon bei 186 km/h Schluss ist. Die innen belüfteten Scheibenbremsen rundum haben das 2,3-Tonnen-Gefährt jederzeit im Griff.
Allrad lässt sich einstellen
Der Pathfinder, der in seiner Pick-up-Variante Navarra heißt, ist serienmäßig mit einem permanenten Allradantrieb ausgerüstet. Dieser Antrieb lässt sich über einen Drehschalter in der Mittelkonsole einstellen. „Auto“ ist die Stellung für den Hausgebrauch: Im Normalfall liegen 100 Prozent der Momente an den Hinterrädern an, und erst bei Bedarf werden bis zu 50 Prozent nach vorne geschickt. Diese Einstellung ist auf Asphalt und Feldwegen grundsätzlich die empfehlenswerteste. Die Stellung „4WD“ empfiehlt sich nur fürs Gelände. Nissan selbst weist im Handbuch darauf hin: Der Allradantrieb verbraucht auf trockener Straße unnötig viel Energie und bringt wegen der jetzt rotierenden Kardanwelle eine zusätzliche Geräuschbelastung mit sich. „LO“ aktiviert dann die Untersetzung – der Modus für die ganz schweren Situationen wie rutschiges Gefälle. Hier hängt der Pathfinder all jene locker ab, die ihm auf der Autobahn davonfahren.
Wenig Sportsgeist
Der Testwagen wurde von einem 2,5-Liter-Diesel mit vier Zylindern angetrieben. 190 PS bei 4000 U/min und ein maximales Drehmoment von 450 Nm bei 2000 U/min leistet die Maschine, die stark nach Nutzfahrzeug klingt. Ab 1500 U/min liefert der Motor brauchbaren Durchzug, darunter ist das Temperament eher verhalten. In 11 Sekunden beschleunigt der schwere Kasten auf Tempo 100, die Höchstgeschwindigkeit liegt wie erwähnt bei 186 km/h. Dass dem Auto trotz dieser Fahrleistung jegliche Sportlichkeit abgeht, liegt am Konzept des Japaners und dürfte keinen Interessenten abschrecken.