Porsche Boxster S und BMW 135i Cabrio im Vergleich
In der Praxis über 10 Liter
Wie man sich denken kann, verbraucht man allerdings in der Praxis mit den sportlichen Testkandidaten meist mehr – in diesem Fall genehmigten sich die Autos etwa anderthalbmal soviel wie angegeben: Beim BMW waren es 14,5 Liter, beim Porsche 13,8. Beide Autos wurden ihrem dynamischen Charakter entsprechend bewegt. Besonders kräftig steigt der Verbrauch in der Stadt: Innerorts genehmigt sich der Porsche über 14 Liter, der BMW immerhin noch fast 12 – wohlgemerkt nach Herstellerangabe. Hier könnte ein Start-Stopp-System helfen, das Porsche ja bereits in den Panamera einbaut und BMW in die Schaltversionen des 1er Cabrio.
Hart gefederter Porsche
Das Fahrwerk des Porsche ist so hart, wie es sich für einen sportlichen Roadster gehört. Schon im Standardmodus ist das Auto nichts für Rückenkranke. Da unser Testwagen mit dem optionalen Stoßdämpferverstellsystem PASM (Porsche Active Suspension Management) zum Aufpreis von 1666 Euro ausgestattet war, gab es noch eine Verschärfungsmöglichkeit: Eine Taste mit stilisiertem Stoßdämpfer stellt die Dämpfer hart. Rein gefühlt könnte man annehmen, dass dann Reifen und Sitze allein für die Federung zuständig sind. Das stimmt natürlich nicht. Aber Spaß macht der Porsche mit seinem charaktervollen Untersatz ohne Ende. Zumindest auf glattem Asphalt. Verarbeitet waren beide Autos so, wie es Kunden dieser Preisklasse mit Fug und Recht erwarten dürfen.
Komfortabler BMW
Für sich betrachtet ist auch der BMW sehr straff abgestimmt. Im Vergleich zum Porsche federt er allerdings deutlich komfortabeler. Und das, obwohl der 135i ein M-Sportfahrwerk mit strafferen Federn und Dämpfern besitzt. Doch schon bei Stadttempo, wenn man das Lenkrad kurz hin- und herbewegt, ist der Unterschied zwischen den Fahrwerksabstimmungen unserer Testwagen deutlich spürbar: Während der Porsche nur eine Links-rechts-Bewegung macht und parallel zum Asphalt bleibt, wackelt beim BMW auch der Aufbau. Der Vorteil: Im Cabrio aus München fährt man eindeutig komfortabler als im Porsche. Der Boxster ist nichts für lange Autobahnstrecken, während so etwas im BMW kein großes Problem darstellt. Eine Verstellmöglichkeit für das Fahrwerk gibt es beim 1er Cabrio nicht. Die Sport-Taste beeinflusst aber die Lenkung – sie wird im Sportmodus minimal direkter.