Porsche wird zur zehnten Marke im VW-Konzern

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Mit der kleinen, aber hoch profitablen Stuttgarter Sportwagenschmiede stärkt der VW-Konzern nicht nur seine Ertragskraft, sondern vor allem seine Stellung im Luxuswagensegment. "Daimler und BMW müssen sich überlegen, wie sie gegen dieses Phalanx des VW-Konzerns im Premiumsegment angehen", sagte der Auto-Experte Willi Diez. Audi sei bereits auf Augenhöhe, nun komme auch noch Porsche hinzu. "Eine strategische Konsequenz für Daimler und BMW wäre, ihre bescheidenen Kooperationsansätze zu vertiefen."

Doch auch bei VW und Porsche sind noch längst nicht alle Probleme geklärt, viele Fragen sind noch offen. In einem Kraftakt hatten die Aufsichtsräte beider Unternehmen am 13. August einer Grundlagenvereinbarung zugestimmt. Bis zuletzt ging es – begleitet von einer Armada von Beratern und Anwälten – um schwierige Bewertungsfragen, die Schuldenproblematik und die künftige Macht-Architektur.

Nun aber steht das neue Autoimperium, auch wenn die Porsche-Gläubigerbanken noch zustimmen müssen. Die Kernpunkte der Vereinbarung: VW will bis Ende 2009 für rund 3,3 Milliarden Euro mit 42 Prozent beim Porsche-Automobilgeschäft (Porsche AG) einsteigen. Im Laufe des Jahres 2011 soll eine dann finanziell stabile Porsche Holding SE auf Volkswagen verschmolzen werden.

Porsche will seine Milliardenschulden mit einer Kapitalerhöhung in den Griff bekommen. Auch bei VW ist eine Kapitalerhöhung geplant, in Höhe von vier Milliarden Euro über die Ausgabe neuer, stimmrechtsloser Vorzugsaktien. Dritter VW-Großaktionär mit zunächst rund 17 Prozent wird das reiche Wüsten-Emirat Katar werden. Auch die Belegschaft soll an VW beteiligt werden – VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh strebt eine Größenordnung zwischen einem und fünf Prozent an. VW-Hauptaktionär bleiben die Familien Porsche und Piëch mit einer Beteiligung zwischen 35 und 40 Prozent.