Prototyp Yamaha T7

Inhaltsverzeichnis

Yamaha entschied sich hingegen für einen relativ kleinen Motor und könnte damit goldrichtig liegen. Denn die nächste Ténéré hat die Chance, endlich wieder weniger als 200 kg zu wiegen. Die großen Reiseenduros leiden unter Übergewicht, sie bringen alle vollgetankt fast fünf Zentner auf die Waage, selbst die relativ leichte Africa Twin hat noch 233 kg zu bewegen. Im Gelände ist das nur schwer zu beherrschen und zehrt auf langen Strecken sehr an der Kondition.

Der Reihenzweizylinder der Yamaha MT-07 verfügt über 689 cm3 Hubraum und einen Hubzapfenversatz von 270 Grad. Die Crossplane-Welle ermöglicht einen recht ruhigen Motorlauf und gutes Ansprechverhalten. Der Twin weist einen gleichmäßigen Drehmomentverlauf auf – ideal für eine Enduro. Yamaha will mit der T7 ins Gelände, das zeigt der Prototyp mit langen Federwegen und einem Outfit wie das reinrassige Werks-Rallye-Bike mit dem 450er-Einzylinder. Eine Verkleidung mit hohem Schild soll auch bei Topspeed noch guten Windschutz gewähren, dahinter befindet sich ein Turm an Instrumenten, wie Roadbookhalter und GPS-System. Licht spenden gleich vier kleine, aber sehr helle LED-Spots. Der Aluminium-Tank scheint viel Sprit bunkern zu können und der schicke Auspuff wurde steil nach oben gezogen.

Ein Spezialisten-Team von Yamaha-Ingenieuren und -Designern hat in Zusammenarbeit mit dem offiziellen Rallyeteam in Frankreich, dem Forschungs- und Entwicklungsteam in Italien sowie GK Design in den Niederlanden die T7 entwickelt. Die Zielvorgabe ist dem Prototyp anzusehen: Es soll geländetauglich sein und auch lange Offroad-Distanzen klaglos überstehen. Yamaha will die T7 dem ersten echten Härtetest unterziehen und schickt sie mit dem Profi Adrien van Beveren im Sattel im Januar nach Südamerika auf die Rallye Dakar. Ein Motorrad, das 8500 Kilometer Vollgas über alle Klimazonen, durch Wüsten, Steppen und Hochgebirge übersteht, dürfte reichlich Erkenntnisse für das Serienmodell sammeln.